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Artgerechte Tierhaltung

Ein Überblick über die Bestimmungen bei der Haltung von Haustieren

 

Wer Tiere quält, ist unbeseelt

und Gottes guter Geist ihm fehlt,

mag noch so vornehm drein er schaun,

man sollte niemals ihm vertraun.

 

Johann Wolfgang von Goethe

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Die Normen für die Tierhaltung!

Tierärzte dienen dem Allgemeinwohl und tragen bei der Ausübung ihres Berufes in hohem Maß Verantwortung für die Gesundheit von Mensch und Tier. Aufgrund der fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten ist jeder Tierarzt in besonderer Weise zum Schutz der Tiere berufen und verpflichtet. (§ 2 Abs. 1 der Berufsordnung der Sächsischen Landestierärztekammer  vom 23. April 2014)

Tierschutzgesetz

Die grundlegende tierschutzrelevante Vorschrift in der Bundesrepublik Deutschland ist das

Tierschutzgesetz vom 18. Mai 2006 (BGBl. I S. 1206, 1313), zuletzt geändert durch Artikel 4 Absatz 87 des Gesetzes vom 18. Juli 2016Tierschutzgesetz

Das Tierschutzgesetzt nachfolgend aufgeführte Abschnitte:

  1. Grundsatz
  2. Tierhaltung
  3. Töten von Tieren
  4. Eingriffe an Tieren
  5. Tierversuche
  6. Tierschutzbeauftragte
  7. Zucht, Halten von Tieren, Handel mit Tieren
  8. Verbringungs-, Verkehrs- und Haltungsverbot
  9. Sonstige Bestimmungen zum Schutz der Tiere
  10. Durchführung des Gesetzes
  11. Straf- und Bußgeldvorschriften
  12. Übergangs- und Schlussvorschriften

In § 1 wird der Zweck dieses Gesetzes definiert:   “...aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen.â Und weiter heißt es: âNiemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.”

In § 2 werden grundlegende Anforderungen an die Tierhaltung formuliert:

  1. Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
    muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren,
    pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass
    ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes wurde der Tierschutz in einigen Bereichen und für eine Reihe von unterschiedlichen Tierarten verbessert.

Ein Überblick über die Neuerungen:

  • Es ist verboten, dass Tiere als Preise bei Wettbewerben oder ähnlichen Veranstaltungen vergeben werden. Das Verbot gilt nicht für Veranstaltungen, “bei der erwartet werden kann, dass die Teilnehmer im Falle eines Gewinnes als künftige Tierhalter die Einhaltung der Anforderungen des § 2 Tierschutzgesetz sicherstellen können”. Die Ausnahmeregelung bezieht sich auf Fachveranstaltungen (z.B. nicht öffentliche Auktionen in Fachkreisen).
  • In § 3 wurde das Verbot zoophiler Handlungen aufgenommen. Dort heißt es: Es ist verboten... “ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen Dritter abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen”.
  • Kastration von Ferkeln
  • Schenkelbrand bei Pferden
  • Qualzuchtverbot
  • Kastrations- sowie Kennzeichnungs- bzw. Registrierungspflicht für Katzen
  • Die Einfuhr von Hunden, Katzen u.ä. sowie das Betreiben einer Hundeschule stellen erlaubnispflichtige Tätigkeiten dar. In § 11 Abs. 1 heißt es: “Wer 5. Wirbeltiere, die nicht Nutztiere sind, zum Zwecke der Abgabe gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung in das Inland verbringen oder einführen oder die Abgabe solcher Tiere, die in das Inland verbracht oder eingeführt werden sollen oder worden sind, gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung vermitteln sowie gewerbsmäßig... 8. f) für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde.”
  • Mit der Änderung des Tierschutzgesetztes hat derjenige, der gewerbsmäßig mit Wirbeltieren, außer landwirtschaftlichen Nutztieren, handelt, sicherzustellen, dass bei der erstmaligen Abgabe eines Wirbeltieres einer bestimmten Art an den jeweiligen künftigen Tierhalter mit dem Tier schriftliche Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse des Tieres, insbesondere im Hinblick auf seine angemessene Ernährung und Pflege sowie verhaltensgerechte Unterbringung und artgemäße Bewegung, übergeben werden.

THEMA: Tierwohl-Initiative des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Am 17. September 2014 startete Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Initiative „Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl“.  Ein Kompetenzkreis hat das BMEL bezüglich der künftigen strategischen Ausrichtung der Tierschutzpolitik beraten. In dem Gremium waren Experten aus Praxis, Wissenschaft, berufsständischen Organisationen, von Kirchen sowie von Tierschutz- und Verbraucherverbänden vertreten.

Am 14. September legte der Kompetenzkreis seinen Abschlussbericht Abschlussbericht Kompetenzkreis Tierwohl vor.

Darin wird begrüßt, empfohlen, vorgeschlagen und unterstützt. Die Meinung der Bundesregierung bezüglich Umsetzung des Tierschutzes in der Tierzucht, im Stall, beim Transport und bei der Schlachtung wird vollumfänglich unterstützt. Eine mit entsprechenden Strukturanpassungen einhergehende Agrarreform zum Wohl von Nutztieren, Umwelt und Verbraucher ist in weite Ferne gerückt.

THEMA: Tötung von “überzähligen” Saugferkeln im Schweinebestand durch den Tierhalter

Nach § 1 Abs. 2 des Tierschutzgesetztes darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Es bedarf daher eines vernünftigen Grundes für das Töten von Ferkeln im landwirtschaftlichen Betrieb. Es liegt dabei in der Eigenverantwortung des Tierhalters, sorgfältig abzuwägen und zu entscheiden, ob die Tötung von Tieren das letzte Mittel nach Ausschluss aller anderen Alternativen darstellt, den betroffenen Tieren weitere Schmerzen, Leiden oder Schäden zu ersparen. Allein das Vorhandensein schwächlicher oder“ überzähliger” Ferkel stellt keinen vernünftigen Grund dar. Eine “Nottötung” kann bei "nicht überlebensfähigen" Ferkeln erwogen werden.

Nach § 4 Abs. 1 des Tierschutzgesetztes (TierSchG) dürfen Wirbeltiere, darunter Ferkel, grundsätzlich nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) getötet werden. Ein Wirbeltier darf dabei nur töten, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. Für die Betäubung und Tötung von nicht überlebensfähigen Ferkeln im Bestand gelten die Vorschriften der Tierschutz-Schlachtverordnung (TierSchlV) und der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung. Danach darf der stumpfe Schlag auf den Kopf als einfaches Betäubungsverfahren nur bis zu einem Lebendgewicht von 5 kg angewendet werden. Unmittelbar nach der Betäubung ist ein Tötungsverfahren (z.B. Entblutung) durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit der betäubten Tiere bis zum Tode anhält.

Stellungnahme zur Nottötung von Saugferkeln (bis 5kg KGW) durch den Tierhalter Stellungnahme Nottötung Saugferkel

Missstände in der Nutztierhaltung: Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) fordert bessere Ausbildung der Tierbetreuer, effizientere amtliche Kontrollen, Tierschutzbeauftragte in Großbetrieben und die Erfassung tierschutzrelevanter Kriterien im Schlachthof und im Tierbestand Bessere Ausbildung der Tierbetreuer, effizientere amtliche Kontrollen, Tierschutzbeauftragte in Großbetrieben und die Erfassung tierschutzrelevanter Kriterien im Schlachthof und im Tierbestand (Pressemitteilung vom 16. Juli 2014)

 

THEMA: Qualzucht bei Tieren

Das Verbot von Qualzuchten war bisher sehr vage formuliert. So hob der Hessischen Verwaltungsgerichtshofes mit Urteil vom 20. Februar 2011 ein durch den Vogelsbergkreises gegenüber einen Tierhalter erteiltes Zuchtverbot für Haubenenten wieder auf.

Mit der Novellierung des Tierschutzgesetzes im August 2013 wurde der Qualzuchtparagraf (§ 11b) konkretisiert:

Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch biotechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Falle der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

1. bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder 2. bei den Nachkommen
a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten,
b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder
c) die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.

Damit soll der Wahrscheinlichkeitsmaßstab für das Auftreten von Qualzuchtmerkmalen so definiert werden, dass das Verbot der Qualzucht auch tatsächlich wirksam werden kann.

Eine vom Land Hessen erarbeitete Liste Qualzucht - Liste der betroffenen Zuchtrassen

gibt einen Überblick über die betroffenen Zuchtrassen.

HINWEIS: tierschutzwidriges Zubehör

Eine Liste “Gefährliches Zubehör für Heimtiere”, d.h. welches nicht den Anforderungen der §§ 1 und 2 des Tierschutzgesetzes genügt, wurde von dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) e.V. und dem Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) im Jahr 1998 erstellt und wird seither regelmäßig gepflegt.

THEMA: Einsatz von stromführenden Treibhilfen bei Pferden

Elektrische Treibhilfen werden vor allem in Führanlagen eingesetzt. Die Trenngitter werden entsprechend ausgerüstet. Einen Überblick über eine solche Anlage erhalten Sie zum Beispiel hier. Der Einsatz von stromführenden Treibhilfen stellt jedoch ein tierschutzwidriges Verhalten dar. Dies ergibt sich aus:

Tierschutzgesetz

§ 3 Abs. 11

Es ist verboten, ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.

Leitlinien Tierschutz im Pferdesport

III. Ausrüstung und Geräte

1. Die Ausrüstung von Pferd und Reiter und ihre Anwendung

g) Unerlaubte Hilfsmittel und Manipulationen

Unerlaubt und tierschutzwidrig ist . . . die Anwendung von Hilfsmitteln durch die einem Pferd bei Ausbildung, Training und Nutzung ohne vernünftigen Grund Schmerzen . . . zugefügt werden können.

Darunter fallen z. B. die Anwendung stromführender Hilfsmittel, wie Elektrotreiber, Elektroführmaschinen mit stromführenden Treibhilfen, stromführende Sporen, stromführende Peitschen. . .


Das Tierschutzgesetz enthält neben Geboten jedoch auch Verbote; zum Beispiel in § 6:  “Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres.” Es bestehen diesbezüglich jedoch auch Ausnahmeregelungen, auf die an dieser Stelle jedoch nicht näher eingegangen werden soll.

Zuwiderhandlungen gegen das Tierschutzgesetz, zum Beispiel der Haltung eines Hundes in einem zu kleinen Zwinger ohne ausreichenden Auslauf, sollten der zuständigen Veterinärbehörde gemeldet werden. Neben der möglichst detaillierten Schilderung der tierschutzrelevanten Unregelmäßigkeiten ist die Nennung von Namen und Anschrift sowohl des Anzeigenden als auch des Betroffenen erforderlich. Die in der Überwachung des Tierschutzes tätigen amtlichen Tierärzte werden die Sach- und Rechtslage prüfen und bei einem festgestellten Verstoß die erforderlichen Maßnahme einleiten. Diese können über die Erteilung von Auflagen in einem Kontrollbericht bzw. in einem Bescheid unter Androhung von Zwangsgeld oder Ersatzvornahme bis zur Fortnahme des Tieres und der Erteilung des Verbotes der Haltung der entsprechenden Tierart(en) reichen.

Die Fortnahme des Tieres ist nur unter den in § 16 a des Tierschutzgesetzes beschriebenen Weise möglich:

“Die zuständige Behörde kann... ein Tier, das nach dem Gutachten des beamteten Tierarztes mangels Erfüllung der Anforderungen des § 2 erheblich vernachlässigt ist oder schwerwiegende Verhaltensstörungen aufzeigt, dem Halter fortnehmen und so lange auf dessen Kosten anderweitig pfleglich unterbringen, bis eine den Anforderungen des § 2 entsprechende Haltung des Tieres durch den Halter sichergestellt ist; ist eine anderweitige Unterbringung des Tieres nicht möglich oder ist nach Fristsetzung durch die zuständige Behörde eine den Anforderungen des § 2 entsprechende Haltung durch den Halter nicht sicherzustellen, kann die Behörde das Tier veräußern; die Behörde kann das Tier auf Kosten des Halters unter Vermeidung von Schmerzen töten lassen, wenn die Veräußerung des Tieres aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht möglich ist oder das Tier nach dem Urteil des beamteten Tierarztes nur unter nicht behebbaren erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden weiterleben kann.”

Die Fortnahme ist also an erhebliche Mängel gebunden und schließt unter bestimmten Voraussetzungen die Wiedergabe des Tieres nicht aus.

Rechtsanwalt Dr. Konstantin Leondarakis kritisiert in seinem Gutachten

Die Reichweite des § 16a Tierschutzgesetz (TierSchG) Die Reichweite des § 16a Tierschutzgesetz (TierSchG)
Praktische Anwendung - Befugnisse und Pflichten der Exekutive

das zögerliche Vorgehen der Veterinärbehörden bei der Fortnahme von Tieren.

Diese Feststellung wird durch meine Erfahrungen mit den Veterinärbehörden bestätigt. Oft wird erst härter durchgegriffen, nachdem die Presse eingeschaltet wurde.

THEMA: “Tierschutz-TÜV”

Mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Tierschutzgesetzes vom 15. Juli 2009 wurde § 13 a eingefügt. Darin wird das Bundesministerium u.a. ermächtigt “durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates zur Förderung der tierschutzgerechten Haltung das Inverkehrbringen und das Verwenden serienmäßig hergestellter Stalleinrichtungen zum Halten von Nutztieren von einer Zulassung oder Bauartzulassung abhängig zu machen.” Zunächst sollte ein Prüf- und Zulassungsverfahren in der Legehennen- und Schweinehaltung eingeführt werden. Dies ist jedoch nicht geschehen. Ein “Tierschutz-TÜV” für serienmäßig hergestellte Stalleinrichtungen ist jedoch erforderlich. Hintergrundinformationen sind beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) aufrufbar.

Ende August hatte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den

Entwurf einer Verordnung über die Prüfung und Bauartzulassung serienmäßig hergestellter Stalleinrichtungen zum Halten von Hennen („Tierschutz-TÜV“) Entwurf einer Verordnung über die Prüfung und Bauartzulassung serienmäßig hergestellter Stalleinrichtungen zum Halten von Hennen

vorgelegt. Demzufolge sollen Stalleinrichtungen für den Legehennen-Bereich einer obligatorischen Überprüfung unterzogen werden, ob sie die gesetzlichen Anforderungen an eine tiergerechte Haltung nach dem jeweiligen Stand von Wissenschaft und Technik erfüllen.

THEMA: Schenkelbrand beim Pferd

Der Bundesrat hat in der Sitzung am 15. Oktober 2010 beschlossen, dass der Schenkelbrand bei Pferden verboten werden soll. Jetzt ist der Bundestag am Zug.

Damit wurde dem entsprechenden Antrag Antrag von Rheinland-Pfalz des Landes Rheinland-Pfalz entsprochen.

Aus dem Antrag:

“Ziel des Schenkelbrandes sei das Herbeiführen auf der Haut erkennbarer Kennzeichen, die der Identifizierung des Pferdes dienen sollen. Beim Schenkelbrand kämen Heiß- und Kaltbrand zur Anwendung. Beim Heißbrand würden durch Andrücken eines Brenneisens über mehrere Sekunden die gewünschten Zeichen in die Haut des Pferdes gebrannt. Beim Kaltbrand würden durch Andrücken eines auf minus 80 Grad kalten Eisens Erfrierungen der Haut herbeigeführt, als deren Folgen Kennzeichen sichtbar würden.

Die mit dem Schenkelbrand einhergehenden, teils mit erheblichen Schmerzen, Leiden und Schäden verbundenen Zerstörungen von Geweben seien zwar nach § 6 Absatz 1 Satz 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) grundsätzlich verboten. Aus § 6 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 in Verbindung mit § 5 Absatz 3 Nummer 7 TierSchG folge jedoch für den Schenkelbrand beim Pferd eine Ausnahme von dem grundsätzlichen Verbot, das Gewebe eines Wirbeltieres zu zerstören.

Mittlerweile stünden für die Kennzeichnung von Equiden unter die Haut implantierbare Transponder zur Verfügung, deren Anbringung mit wesentlich weniger Schmerzen, Leiden und Schäden für die Tiere verbunden sei.”

Das Brenneisen weist eine Temperatur von 800° C auf. Es wird eine Verbrennung 3. Grades zugefügt. Es handelt es sich um eine tiefgreifende Zerstörung der Haut. Sie betrifft die Oberhaut und die Lederhaut und kann bis zum ins Unterhautfettgewebe reichen. Auch die Hautanhangsgebilde, wie Haarfollikel, Drüsengewebe sowie Tast- und Schmerzrezeptoren sind dabei betroffen. Die Wunde ist stark infektionsgefährdet. Nach ca. 2 bis 3 Wochen ist sie abgeheilt. Eine Brandnarbe bleibt zurück.

Laut

Verordnung zum Schutz gegen die Verschleppung von Tierseuchen im Viehverkehr Viehverkehrsverordnung
(Viehverkehrsverordnung – ViehVerkV) in der Neufassung vom 3. März 2010

müssen alle ab dem 1. Juli 2009 geborenen Equiden (Pferde, Esel, Maulesel, Maultiere) innerhalb von 6 Monaten nach der Geburt oder bis zum 31.12. des Geburtsjahres (je nachdem welche Frist später abläuft) mit einem elektronischen Transponder (Mikrochip) gekennzeichnet sein. Darüber hinaus müssen alle Equiden, die vor dem 1. Juli 2009 geboren wurden und für die bisher kein Equidenpass beantragt wurde, nun auch einen Pferdepass haben und mit Transponder gekennzeichnet sein.

Der Schenkelbrand ist in Deutschland ab 1. Januar 2019 nur noch unter Betäubung, zum Beispiel durch örtliche Anwendung von Tierarzneimitteln, zugelassen.

THEMA: Kastrations- sowie Kennzeichnungs- bzw. Registrierungspflicht

für Katzen

Bereits am 22. September 2008 beschloss der Stadtrat von Paderborn, um die unkontrollierte Vermehrung der Katzen im Stadtgebiet einzudämmeneine, eine Änderung der “Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Paderborn”.

Im Rahmen der geplanten Änderung des Tierschutzgesetzes wird die Bundestierärztekammer (BTK) der Bundesregierung empfehlen das Paderborner Modell für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht bei freilaufenden Katzen zur allgemeinen Vorschrift zu machen.

Die SPD-Fraktion fordert die Bundesregierung auf, einen Regelungsvorschlag zur verpflichtenden Kennzeichnung, Registrierung und Kastration von Katzen mit Freilauf und freilebenden Katzen vorzulegen.

Der Antrag Antrag der SPD-Fraktion wurde am 11. November 2010 erstmalig im Deutschen Bundestag diskutiert. Die Debatte wird im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fortgesetzt.

Mit § 13b wurde bei der Novellierung des Tierschutzgesetzes im August 2013 eine Rechtsgrundlage für die Bundesländer geschaffen, die Kastrationsgebote sowie Kennzeichnungs- bzw. Registrierungspflichten unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht.

“Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung zum Schutz freilebender Katzen bestimmte Gebiete festzulegen, in denen

1. an diesen Katzen festgestellte erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden auf die hohe Anzahl dieser Tiere in dem jeweiligen Gebiet zurückzuführen sind und
2. durch eine Verminderung der Anzahl dieser Katzen innerhalb des jeweiligen Gebietes deren Schmerzen, Leiden oder Schäden verringert werden können.

In der Rechtsverordnung sind die Gebiete abzugrenzen und die für die Verminderung der Anzahl der freilebenden Katzen erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Insbesondere können in der Rechtsverordnung

1. der unkontrollierte freie Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen in dem jeweiligen Gebiet verboten oder beschränkt sowie
2. eine Kennzeichnung und Registrierung der dort gehaltenen Katzen, die unkontrollierten freien Auslauf haben können, vorgeschrieben

werden. Eine Regelung nach Satz 3 Nummer 1 ist nur zulässig, soweit andere Maßnahmen, insbesondere solche mit unmittelbarem Bezug auf die freilebenden Katzen, nicht ausreichen. Die Landesregierungen können ihre Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf andere Behörden übertragen.”

In Baden-Würtemberg wurde auf der genannten Rechtsgrundlage ein Entwurf für eine solche Katzenschutzverordnung ausgearbeit.

Vorschlag für eine kommunale Katzenschutzverordnung nach § 13b Tierschutzgesetz Kommunale Katzenschutzverordnung Tierschutzgesetz

Hinweis: Auffangstationen, Gnadenhöfe, Tierheime

Durch das Tiermagazin “Ein Herz für Tiere” ist eine Liste mit Gnadenhöfen für Pferde erarbeitet und im Internet veröffentlicht wurden. Die Liste ist für Deutschland nach Postleitzahlgebieten sortiert. Auch Gnadenhöfe in Österreich und der Schweiz sind abrufbar. Die Liste weist jedoch für bestimmte Regionen noch Lücken auf. Besitzer von Pferdegnadenhöfen können und sollen sich in die Liste eintragen. Dies ist per Online-Formular nach erfolgter Registrierung möglich. Eine Einschätzung der Haltungsbedingungen der Gnadenhöfe durch entsprechende sachkundige Personen (Amtstierärzte, niedergelassene Tierärzte, organisierte Tierschützer) und die Bekanntgabe der Ergebnisse im Internet wären wünschenswert.

Auffangstationen, Gnadenhöfe und Tierheime finden Sie u.a. auf den Internetseiten folgender Vereine:

aktion tier - menschen für tiere e. V.

Deutscher Tierschutzbundes e. V.

THEMA: Umgang mit Fund- und herrenlosen Tieren

Bei der Unterbringung und Versorgung aufgefundener hilfloser bzw. verletzter Tiere treten immer wieder Fragen auf. Diese betreffen insbesondere

  • die Unterbringung und Versorgung der aufgefundenen Tiere (inkl. Kostenübernahme),
  • die Übernahme der Behandlungskosten für verletzt bzw. erkrankt aufgefundene Tiere,
  • den Umfang der medizinischen Behandlung sowie
  • die Aneignung aufgefundener Tiere.

Die Städte und Gemeinden sind als Fundbehörden für die Unterbringung, Ernährung, Pflege sowie die Kostenübernahme tierärztlicher Behandlungsmaßnahmen (Behandlung von Verletzungen, Impfungen, Entwurmungen) der Fundtiere, nicht jedoch der herrenlosen Tiere, zuständig. Ein Tier, welches seinem Besitzer entlaufen ist, ist ein Fundtier. Ein herrenloses Tier hat keinen Besitzer oder Betreuer. Nach § 959 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) wird eine bewegliche Sache herrenlos, wenn der Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz der Sache aufgibt. Gemäß § 90a BGB sind Tiere keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. So verbietet § 3 Ziffer 3 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen. Daher ist im Zweifelsfall regelmäßig von einem Fundtier auszugehen.  

Im Freistaat Sachsen existieren, wie auch in den meisten anderen Bundesländern, entsprechende Handlungsempfehlungen. Diese wurde durch eine aus Vertretern des Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS), des Sächsischen Städte- und Gemeindetages (SSG) und des Sächsischen Landestierschutzbundes e.V. bestehenden Arbeitsgruppe erstellt.

Gemeinsame Empfehlungen des SMS und des SSG zum Umgang mit Fundtieren im Freistaat SachsenHandlungsempfehlungen Umgang Fundtiere
vom 11. Mai 2011

In Sachsen-Anhalt existiert ein Erlass des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt vom 26. Mai 2015 über die Behandlung von Fundtieren, herrenlosen Tieren, Abgabe- und Unterbringungstieren, ausgenommen herrenlosen wilden Tieren. Dieser Fundtiererlass ist richtungsweisend. Er sollte allen anderen Bundesländern als Vorlage für einen eigenen Erlass dienen.   

Ein Tierarzt kann gegen die als Fundbehörde zuständige Gemeinde einen Anspruch auf Ersatz seiner Aufwendungen aus Geschäftsführung ohne Auftrag für die tierärztliche Behandlung und Unterbringung eines Fundtiers haben, auch wenn die Gemeinde durch Vertrag einem Tierschutzverein die Aufnahme von Fundtieren übertragen hat.

Aufwendungsersatz für tierärztliche Behandlung und Unterbringung eines FundtieresRechtssprechung Fundtiere
(OVG Lüneburg 11. Senat, Urteil vom 23.04.2012, 11 LB 267/11)

Weitere nationale Rechtsgrundlagen

Neben dem Tierschutzgesetz gibt es weitere Rechtsgrundlagen, die zum Teil detaillierte Vorschriften beinhalten:

Tierschutz-Hundeverordnung vom 2. Mai 2001 Tierschutz-Hundeverordnung

Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur ErzeugungTierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung) vom 22. August 2006

In der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung sind Regelungen für folgende Tierarten enthalten:

    • Kälbe
    • Legehennen
    • Schweine
    • Kaninchen
    • Pelztiere
    • Masthühner

THEMA: Haltung von Pelztieren in Farmen

Mit der "Dritten Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung" vom 30. November 2006 wurden die Haltungsbedingungen von zum Zweck der Pelzgewinnung gehaltene Nerze, Iltisse, Füchse, Marderhunde, Sumpfbiber und Chinchillas verbessert. So wird eine größere Grundfläche und eine strukturierte Umgebung (z.B. Kisten, Sandbad, Tunnelröhren) vorgeschrieben. Die Vorgaben bezüglich Innenhöhe, Bodenbeschaffenheit und Integration einer Plattform und eines Schwimmbeckens (nur Sumpfbiber) gelten erst ab 12. Dezember 2016. Die Haltung von Wildtieren in Gefangenschaft kann niemals artgemäß sein. So sind auch Pelztierfarmen abzulehnen. Die Haltung zum Zweck der Gewinnung des Luxusproduktes "Pelz" ist ethisch nicht vertretbar. Für die Tötung der Pelztiere liegt kein vernünftiger Grund vor. Sie ist nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. Die meisten Pelze werden von den europäischen Landwirten produziert. Es gibt ca. 6.000 Pelzfarmen in der EU. Die größte Anzahl gibt es in den skandinavischen Ländern, vor allem in Dänemark (14 Millionen Nerze) und Finnland (2,2 Millionen Füchse). In Deutschland existieren etwa 30 Nerzfarmen sowie eine Fuchsfarm und eine unbekannte Anzahl von Chinchillahaltungen. Ein generelles Haltungsverbot muss angestrebt werden. Es existiert bereits in England und Österreich (alle Tierarten) sowie Niederlande (Chinchillas, Füchse). In Kroatien ist die Pelztierzucht ab dem 1. Januar 2017 verboten. In der Schweiz dürfen Pelztiere nur unter zooähnlichen Bedingungen gehalten werden. In Schweden gilt dieses für Füchse. Der größte Produzent und Verarbeiter von Pelzen stellt China (20 Millionen Nerze, 4 Millionen Füchse) dar. Zum Vergleich: In der Welt werden 55 Millionen Nerze und 7 Millionen Füchse zum Zweck der Pelzgewinnung gehalten. Den Pelztieren werden in China erhebliche Leiden zugefügt. Es existieren keine Tierschutzstandards. Ein Importverbot wäre mehr als gerechtfertigt.

In Deutschland besteht gemäß

Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz vom 8. Dezember 2008 Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz

lediglich ein Verbot des Inverkehrbringens (Abgabe, Ein- und Ausfuhr) von Katzen-, Hunde- und Robbenfellen sowie Erzeugnissen daraus.

THEMA: betäubungslose Ferkelkastration

Nahezu alle männlichen Ferkel werden in Deutschland innerhalb der ersten sieben Lebenstage routinemäßig kastriert. Der schmerzhafte Eingriff erfolgt ohne Betäubung. Eine Kastration ist erforderlich, da das Fleisch von Ebern eine geruchliche und geschmackliche Abweichung aufweist. Der Ebergeruch wird von den meisten Verbrauchern jedoch nicht toleriert.

Folgende Alternativen zur betäubungslosen Kastration werden diskutiert:

  • Kastration mit Betäubung und/oder Schmerzbehandlung (Nachteile: Angst und Stress bis zur Narkoseeinleitung, körperliche Unversehrtheit wird genommen)
  • Jungebermast mit Impfung gegen Ebergeruch (Immunokastration)
  • Jungebermast ohne Impfung gegen Ebergeruch, verbunden mit Maßnahmen zur Erkennung und Reduktion des Ebergeruches (Nachteile: Hautverletzungen durch Rangkämpfe, sog.“ Penisbeißen”)

Neben dem Tierschutzaspekt sind mögliche Arzneimittel- und Hormonrückstände bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Von Seiten des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wird derzeit die Ebermast bevorzugt.

Die Tierärtliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) weist in ihrer Stellungnahme vom April 2011 zwei praxiserprobte Verfahren auf:

  • Inhalationsnarkose mit Isofluran (spezieller Verdampfer erforderlich, nur durch Tierarzt durchführbar, Warnung für den Anwenderl: “Die Operationsräume sollten mit einer geeigneten Belüftungsanlage und aktiven Absaugvorrichtung ausgestattet sein (Spülgebläse), um die Anreicherung von Isoflurandämpfen zu verhindern.” weiter lesen
  • Impfung mit Improvac® (Induktion einer Immunreaktion gegen den körpereigenen Gonadotropin-Releasing-Faktor (GnRF), der die Hodenfunktion und die Testosteronausschüttung steuert, Vornahme der Impfung unter tierärztlicher Anleitung und Verantwortung durch den Tierhalter möglich, Warnung für den Anwender: “Eine versehentliche Selbstinjektion kann bei Männern und Frauen Unfruchtbarkeit erzeugen, die Schwangerschaft beeinflussen und eine Atrophie der Sexualorgane bewirken.” weiter lesen
Die betäubungslose Ferkelkastration ist in Deutschland noch bis 31. Dezember 2018 erlaubt.

Sachlage bei Produkten mit dem staatlichen Bio-Siegel:

Biologische Schweinehaltungen müssen die Bestimmungen der

Verordnung (EG) Nr. 889/2008 vom 5. September 2008 Durchführungsbestimmungen zur EG-Öko-Basis-VO

einhalten.

In Artikel 18 Absatz 2 heißt es: “Die operative Kastration ist zulässig, um die Qualität der Erzeugnisse zu gewährleisten und traditionellen Produktionspraktiken Rechnung zu tragen, allerdings nur unter den... vorgegebenen Bedingungen.”

Diese werden in der Verordnung wie folgt definiert: “Jegliches Leid der Tiere ist auf ein Minimum zu begrenzen, indem angemessene Betäubungs- und/oder Schmerzmittel verabreicht werden und der Eingriff nur im geeigneten Alter und von qualifiziertem Personal vorgenommen wird.”

Während einer am 31. Dezember 2011 ablaufenden Übergangszeit können Ferkel jedoch ohne Betäubung und/oder Verabreichung von Schmerzmitteln kastriert werden.

THEMA: Kupieren der Schwänze von Schweinen

Um Kannibalismus vorzubeugen, werden Schwänze von Schweinen nach wenigen Lebenstagen kupiert. Gemäß § 5 Tierschutzgesetz ist in Deutschland für das Kürzen des Schwanzes von unter vier Tage alten Ferkeln eine Betäubung nicht erforderlich. Der Eingriff darf nur durch einen Tierarzt oder eine in Tierschutzaspekte eingewiesene mit Schweinen umgehende Person erfolgen. Bei älteren Tieren muss eine Narkose oder eine Verwendung schmerzstillender Mittel erfolgen.

Zu der Verhaltensstörung ‘Kannibalismus’ bei Schweinen kommt es, sobald ein wichtiger, das Wohlbefinden der Schweine beeinflussender Faktor fehlt. Anhand der Untersuchung von Tätertieren wurden Haltungs- und Fütterungsfaktoren bewertet. Das Risiko für Verhaltensstörungen kann statistisch gesichert mit dem Geschlecht, der Gruppengröße, der Besatzdichte, der Sortierung und der Beschäftigung der Tiere in Verbindung gebracht werden. Grundvoraussetzung für den Kupierverzicht sind gesunde Bestände. Die Ergebnisse dienen der Weiterentwicklung der Haltungstechnik, bewerten aber auch die möglichen Folgen einer vorzeitigen Umsetzung des Kupierverbotes.

Verminderung von Verhaltensstörungen beim Schwein (Freistaat Sachsen, Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft, Schriftenreihe, Heft 19/2015) Verminderung Verhaltensstörungen Schwein

Die EU-Kommission hat die

Empfehlung (EU) 2016/336 zur Anwendung der Richtlinie 2008/120/EG über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen im Hinblick auf die Verringerung der Notwendigkeit, den Schwanz zu kupieren Empfehlung (EU) 2016/336 zur Anwendung der Richtlinie 2008/120/EG über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen im Hinblick auf die Verringerug der Notwendigkeit , den Schwanz zu kopieren

veröffentlicht.

Als ergänzendes Dokument wurde die

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienstellen zu bewährten Verfahren im Hinblick auf die Vermeidung routinemäßigen
Schwanzkupierens und die Bereitstellung von Beschäftigungsmaterial für Schweine Verfahren Vermeidung Schwanzkopieren Schweine EU-Dokument

herausgegeben.

In der Begründung heißt es: “Mit dem Kupieren von Schweineschwänzen soll Schwanzbeißen vermieden werden, eine Verhaltensstörung, der mehrere Ursachen zugrunde liegen. Diese Praktik dürfte den Schweinen Schmerzen verursachen und beeinträchtigt daher das Tierwohl.”

Das Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat zu diesem Thema die Broschüre

Ratgeber zur Reduzierung des Risikos für Schwanzbeißen bei Schweinen Ratgeber zur Reduzierung

herausgegeben.

THEMA: Haltung von Sauen in Kastenständen

Nach § 24 Abs. 4  Nr. 2 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung müssen Kastenstände so beschaffen sein, dass jedes Schwein ungehindert aufstehen, sich hinlegen sowie den Kopf und in Seitenlage die Gliedmaßen ausstrecken kann.  

§ 30 Abs. 2 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung schreibt vor, dass Jungsauen und Sauen im Zeitraum von über vier Wochen nach dem Decken bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin in der Gruppe zu halten sind. Danach kann eine Sau ca. 5 - 6 Monate pro Jahr in Kastenstandhaltung untergebracht werden (Dauer der Trächtigkeit ca. 114 Tage, Befruchtung ca. 2,5-mal im Jahr). 

Im Handbuch Tierschutzüberwachung in Nutztierhaltungen - Zustimmung der Arbeitsgruppe (AG) Tierschutz der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV) vom 26./27.10.2010 - wird als Mindestmaß für den Kastenstand eine Breite von 70 cm und eine Länge von 200 cm angegeben. Bei hochgelegtem Trog kann die Länge ab Hinterkante Trog auf bis zu 180 cm reduziert werden, sofern die Sau ihre Schnauze ungehindert unter den Trog (mindestens 15 cm Bodenabstand) schieben und trotzdem ungehindert Futter aufnehmen kann. Die derzeit in den Schweineställen verwendeten Kastenstände übersteigen diese Mindestvorgaben in der Regel nicht. Sie sind für ausgewachsene Sauen mit großrahmigen, genetischen Herkünften jedoch nicht ausreichend. Für kleinere bzw. jüngere Sauen sind die Maße akzeptabel.   

Laut dem Urteil des OVG Magdeburg vom 24.11.2015 (Aktenzeichen 3 L 386/14) muss einer im Kastenstand gehaltenen (Jung) Sau die Möglichkeit eröffnet sein jederzeit in dem Kastenstand eine Liegeposition in beiden Seitenlagen einzunehmen, bei der ihre Gliedmaßen auch an dem vom Körper entferntesten Punkt nicht an Hindernisse stoßen. Diese Vorgaben erfüllen nur Kastenstände deren Breite mindestens dem Stockmaß (Widerristhöhe) des darin untergebrachten Schweins entspricht oder Kastenstände, welche dem Tier die Möglichkeit eröffnen, die Gliedmaßen ohne Behinderung in die beiden benachbarten leeren Kastenstände oder beidseitige (unbelegte) Lücken durchzustecken. 

Die gegen die Nichtzulassung der Revision gerichtete Beschwerde des Angeklagten hat das Bundesverwaltungsgericht mit Beschluss vom  08.11.2016 (Aktenzeichen BVerwG 3 B 11.16) zurückgewiesen. Die zur Auslegung von § 24 Abs. 4 Nr. 2 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) aufgeworfenen Rechtsfragen lassen sich ohne Weiteres beantworten und bedürfen nicht der Durchführung eines Revisionsverfahrens.

“Die Vorschrift formuliert Mindestbedingungen, die der Verordnungsgeber zum Schutz der Tiere für unerlässlich gehalten hat, und gilt individuell für jedes in einem Kastenstand gehaltene Schwein. Es muss jedem Schwein entsprechend seiner Größe möglich sein, jederzeit ungehindert in Seitenlage mit ausgestreckten Gliedmaßen zu ruhen. Unzulässig ist damit insbesondere eine Kastenstandhaltung, bei der ein Schwein seine Gliedmaßen in einen benachbarten Kastenstand hineinstrecken muss, daran aber zumindest zeitweise durch ein dort befindliches Schwein gehindert sein kann.”“

Möglicher Weg in Deutschland:

Die Sauen sind in den Tagen nach dem Absetzen und während der Rausche besonders unruhig sind. Das Verletzungsrisiko ist hoch, wenn die Sau sich im Kastenstand umdrehen kann. Während dieser Zeit müssen daher Breite und Länge des Kastenstandes so bemessen sein, dass die Sau sich sicher nicht umdrehen kann. Gleichzeitig muss genügend Raum für ein ungehindertes Aufstehen und Abliegen vorhanden sein. Kastenstandbreite und -länge müssen sich nach den tatsächlichen Körpermaßen der jeweiligen Sau richten. Verstellbare Kastenstände (Breite: 80 - 70 - 60 cm, Länge: 220 - 210 - 200 cm) sind hierzu hervorragend geeignet. Der Zeitraum der Fixierung der Sau ist auf maximal 5 Tage zu beschränken.  

Situation in anderen Staaten:

  • Dänemark: Fixierung der Sauen im Kastenstand nur noch im Einzelfall während der Rausche für maximal 3 Tage erlaubt
  • Niederlande: Fixierung vom Absetzen der Ferkel bis 4 Tage nach der Besamung. 1998 wurde eine Übergangsfrist bis 2008 vorgesehen, die bis 2013 verlängert wurde
  • Großbritannien: Fixierung im Kastenstand im Deckzentrum ist nicht erlaubt
  • Schweiz: Fixierung im Kastenstand nur zur Deckzeit (max.10 Tage) erlaubt
  • Österreich: Fixierung im Kastenstand nur zur Deckzeit (max.10 Tage) erlaubt
  • Schweden: Fixierung im Kastenstand nur zur Deckzeit (max.10 Tage) erlaubt

Artikel 3 Abs. 4 Satz 1 der Richtlinie 2008/120/EG vom 18. Dezember 2008 über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen muss entsprechend geändert werden:  

Die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass Sauen und Jungsauen für einen Zeitraum, der vier Wochen nach dem Decken (Neu: eine Woche nach dem Absetzten) beginnt und eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin endet, in Gruppen gehalten werden

 THEMA: Beschäftigungsmaterial für Schweine

Gemäß § 26 Abs. 1 Nr. 1 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung hat der Halter von Schweinen sicherzustellen, dass jedes Schwein zur Ausübung des Erkundungserhaltens jederzeit Zugang zu gesundheitlich unbedenklichem und in ausreichender Menge vorhandenem Beschäftigungsmaterial hat, welches das Schwein untersuchen und bewegen kann und vom Schwein veränderbar ist.  

In Anhang I Kapitel I Nr. 4 der Richtlinie 2008/120/EG  vom 18. Dezember 2008 vom 18. Dezember 2008 über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen heißt es: Unbeschadet von Artikel 3 Absatz 5 müssen Schweine ständigen Zugang zu ausreichenden Mengen an Materialien haben, die sie untersuchen und bewegen können, wie z. B. Stroh, Heu, Holz, Sägemehl, Pilzkompost, Torf oder eine Mischung dieser Materialien, durch die die Gesundheit der Tiere nicht gefährdet werden kann.  

Als Beschäftigungsmaterialien sollte vor allem organischem Material (Einstreu, Torf, Wühlerde, Maissilage, Holzschnitzel) verwendet werden. Es sollte mit Ausnahme der Einstreu aus hygienischen Gründen nicht am Buchtenboden angeboten werden. 

Ungeeignete Beschäftigungsmaterialien sind:

  • Ketten (auch mit Kunststoff ummantelt)
  • Lecksteine
  • Tränken
  • Futterautomaten;
  • Bälle (vor allem aus Hartgummi)

Oft werden in den Schweineställen gerade an der Buchtenwand montierte mit einem Gummischlauch überzogene Ketten als alleiniges Beschäftigungsmaterial angeboten. Dies ist jedoch in keinem Fall ausreichend. Stattdessen sollten an Seilen aus Naturfasern aufgehängte massive Weichholzstücke verwendet werden.    

Die Industrie bietet ebenfalls diverses Beschäftigungsmaterial für Schweine an, z.B. Beschäftigungsschaukel, Knabbberrohr, Spielomat (mehr von GFS), an.

THEMA: betäubungsloses Enthornen von Kälbern

Nach derzeit geltendem Tierschutzrecht ist das betäubungslose Enthornen von Kälbern bis zu einem Alter von sechs Wochen erlaubt. Dieser Eingriff darf nur durchgeführt werden, wenn es im Einzelfall für die vorgesehene Nutzung des Tieres, zu dessen Schutz oder zum Schutz anderer Tiere unerläßlich ist. In der Praxis werden jedoch nahezu alle Kälber enthornt. Die Veterinärämter stehen in der Pflicht, das routinemäßige Enthorner der Kälber zu ahnden. Das Enthornen ist für das Kalb mit Schmerzen verbunden und sollte nur unter Sedierung, örtlicher Betäubung sowie Schmerzdämpfung erfolgen. Die Zucht hornloser Rinderassen ist voranzutreiben.

Die Tierärtliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) hat im April 2011 eine Stellungnahme zum betäubungslosen Enthornen von Kälbern veröffentlicht. .

Legehennen

Die Kleingruppenhaltung ist nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichtes (BVerG) nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Auch die dazugehörigen Übergangsgregelungen wurden beanstandet.

Im

Beschluss des 2. Senats des BVerG vom 12. Oktober 2010 Bundesverfassungsgericht Urteil Kleingruppenhaltung Legehennen

bemängeln die Richter, dass die Tierschutzkommission nicht in der nach dem Tierschutzgesetz erforderlichen Weise angehört wurde. Verfassungswidrig sind dem 2. Senat zufolge nicht nur die Vorschriften zur Legehennenhaltung, sondern auch die zugehörigen Übergangsregelungen. Trotz der Verfassungswidrigkeit bleiben die beiden Regelungen jedoch anwendbar bis zum 31. März 2012.

Die Sechste Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung  Änderung Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung Legehennen KLeinguppenhaltung wurde am 14. April 2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

an die Bundesregierung beschlossen. 

Danach läuft die Kleingruppenhaltung von Legehennen aus. Bestehende Betriebe erhalten eine Auslauffrist bis Ende 2025. Zur Vermeidung unbilliger Härten können die zuständigen Behörden im Einzelfall einen Weiterbetrieb bis längstens Ende 2028 genehmigen. Danach darf die Kleingruppenhaltung noch bis 2025, in Ausnahmefällen bis 2028, weitergenutzt werden.

THEMA: Kürzen der Schnäbel beim Geflügel

Treten Federpicken und Kannibalismus in einer Herde auf, können Maßnahmen wie Verdunklung, Futterumstellung usw. ergriffen werden, um einer Ausdehnung der Verhaltensstörung zu begegnen. Wenn diese keinen Erfolg zeigen, bleibt ggf. nur die vorzeitige Schlachtung, um den Tieren erhebliche Schmerzen, Leiden und Schäden zu ersparen, zumal eine Behandlung der bepickten oder ein Aussondern der pickenden Tiere nur in Ausnahmefällen möglich ist. Durch das Kürzen der Schnabelspitze können die Verletzungen, die sich die Tiere durch Federpicken und Kannibalismus gegenseitig zufügen, im Schweregrad reduziert und Todesfälle vermieden werden. Das Schnabelkürzen bei Geflügel ist eine Amputation nach § 6 Tierschutzgesetz, die grundsätzlich verboten ist und nur unter bestimmten Bedingungen durch die zuständige Behörde erlaubt werden darf. Das Kürzen der Schnabelspitze zur Verhinderung schwer wiegender Schäden durch Federpicken und Kannibalismus ist nicht nur ein schmerzhafter Eingriff, sondern beeinträchtigt auch die vielfältige Funktion des Schnabels. Er muss daher so wenig und so schonend wie möglich durchgeführt werden. Die Unerlässlichkeit des Eingriffs “Schnabelkürzen” ist dann gegeben, wenn nach dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und feststehenden praktischen Erfahrungen potenzielle Faktoren für Federpicken und Kannibalismus so weit wie möglich ausgeschlossen werden können, aber dennoch der Gefahr des Auftretens dieser Verhaltensstörung und der damit verbundenen Schmerz-, Leidens- und Schadenszufügung der Tiere untereinander anders nicht sicher begegnet werden kann. Auf politischer Ebene ist ein generelles Verbot des Kürzen der Schnäbel anzustreben. Bis dahin sind die bestehenden tierschutzrechtlichen Vorschriften durch die Veterinärämter rigoros durchzusetzen. In Niedersachsen wurde per Erlass des Kürzen der Schnäbel bei Legehennen ab 1. Januar 2016 verboten.

Am 9. Juli 2015 unterzeichneten das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Vertreter der Geflügelwirtschaft eine

Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls, insbesondere zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Haltung von Legehennen und Mastputen. Vereinbarung zur Verbesserung des Tierwohls, insbesondere zum Verzicht auf das Schnabelkürzen in der Haltung von Legehennen und Mastputen

Darin verpflichten sich die deutsche Geflügelhalter, ab dem 1. August 2016 auf das Kürzen von Schnäbeln bei Legehennen und Mastputen zu verzichten (Nachtrag: Mastputen erst später) und ab 2017 keine schnabelgekürzten Junghennen mehr einzustallen.

Die österreichische Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung GmbH hat einen

Leitfaden zum Management von Legehennen in Freiland- und Bodenhaltung mit besonderer Berücksichtigung der Verhaltensstörungen Kannibalismus und Federnpicken

und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen

Managementleitfaden zur Minimierung von Federpicken und Kanibalismus bei Legehennen mit intaktem Schnabel

herausgegeben.

Beide Dokumente stehen auf der jeweiligen Homepage als Download zur Verfügung.

Masthühner

Die Richtlinie 2007/43/EG des Rates vom 28. Juni 2007 mit Mindestvorschriften zum SchutzRichtlinie 2007/43/EG

von Masthühnern

wurde bereits in deutsches Recht umgesetzt. In der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung wurden die Mindestanforderungen an die intensive Haltung von Masthühner integriert. Derzeit werden in einer Sachverständigengruppe (u.a. Mitwirkung des Institutes für Tierschutz und Tierhaltung des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI) “Bundeseinheitlichen Leitlinien für die gute betriebliche Praxis zur Haltung von Masthühnern” gemäß Artikel 8 der EU-Richtlinie erarbeitet

Die deutsche Geflügelwirtschaft hat gemeinsame Regeln zu  den  Themengebieten Tierwohl, Antibiotika, Präventionsmaßnahmen für die Tiergesundheit, Verbraucherinformation und Sozialstandards beschlossen. Die Selbstverpflichtungen der Hähnchen- und Putenhalter sind in der Geflügel-Charta 2015 beschrieben.

Moschusenten

Zur Auslegung einer den Anforderungen des § 2 Tierchutzgesetz entsprechender Moschusentenhaltung sind neben den allgemeinen Bestimmungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung die Europaratsempfehlungen in Bezug auf Moschusenten heranzuziehen. Konkretere verbindliche Rechtsakte der Europäischen Union oder der Bundesrepublik Deutschland fehlen. Das

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung (ML) und die Niedersächsiche Geflügelwirtschaft (NGW) haben eine Vereinbarung zur

Weiterentwicklung der Mindestanforderungen an die Haltung von Moschusenten Mindestanforderungen an die Haltung von Moschusenten

getroffen. Die bisherige Moschusentenvereinbarung war ausgelaufen.

So dürfen ab dem 1. Januar 2014 die Schnäbel von Moschusenten nicht mehr gekürzt werden.

Mastkaninchen

Am 11. August 2014 ist die Fünfte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) in Kraft getreten. Damit gelten neue Anforderungen für die Haltung von Kaninchen zu Erwerbszwecken.

Nach § 1 Abs. 1 TierSchNutztV gelten die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung für das Halten von Nutztieren zu Erwerbszwecken. In der Begründung der Fünften Verordnung wird ausgeführt, dass von den Regelungen im Abschnitt 6 auch diejenigen Rasse-und Hobbykaninchenzüchter betroffen sind, die ihre Tiere vorwiegend zu Erwerbszwecken halten. Rund 65 Prozent des in Deutschland verzehrten Kaninchenfleisches werden von erwerbsmäßigen Rasse- und Hobbykaninchenzüchtern erzeugt. Von einem Erwerbszweck ist in der Regel auszugehen, wenn die Haltung und/oder Zucht der Kaninchen über die Nutzung zum eigenen Bedarf hinausgeht, der Tierbestand einen geringen Umfang übersteigt und wenn Tiere oder deren Produkt in größerem Umfang gegen Entgelt an Dritte abgegeben werden.

Nach den neuen Regelungen muss sichergestellt sein, dass Kaninchen nicht mehr als unvermeidbar mit Harn und Kot in Berührung kommen und ihnen ein trockener Liegebereich zur Verfügung steht. Der Boden muss im gesamten Aufenthaltsbereich rutschfest und trittsicher sein. Die Tiere müssen einen Rückzugsbereich haben und Tränken sind täglich auf Dichtigkeit zu überprüfen. Bei Einzelhaltung müssen sich Mastkaninchen sehen, riechen und hören können. Bei portionierter Fütterung muss der Fressplatz so beschaffen sein, dass alle Mast- oder Zuchtkaninchen gleichzeitig fressen können. Bei der Verwendung von Selbsttränken muss mindestens eine Tränke für fünf Mastkaninchen zur Verfügung stehen. Bei Zuchtkaninchen ist für jedes Zuchtkaninchen eine Tränkstelle erforderlich. Für Zuchtkaninchen muss in einem Zeitraum von einer Woche vor dem voraussichtlichen Wurftermin bis zum Absetzen der Jungtiere eine Nestkammer zur Verfügung stehen, die eine blickdichte Abtrennung zur Haltungseinrichtung hat. Die tägliche Mortalitätsrate und die kumulative tägliche Mortalitätsrate sind zu erfassen. Erreicht die kumulative tägliche Mortalitätsrate einen Wert von über 10% bei Mastkaninchen (bzw. bei Jungtieren bei der Haltung von Zuchtkaninchen über 12 %) ist ein Tierarzt zu konsultieren. Ab dem 10. Februar 2015 darf Kaninchen zu erwerbszwecken nur halten, wer einen entsprechenden Sachkundenachweis hat. Die Bescheinigungen werden von den Veterinärämtern auf Antrag erteilt. Dazu muss die Sachkunde nachgewiesen werden. Die Veterinärämter können von einer Prüfung absehen, wenn der Antragsteller eine Ausbildung in den Berufen Tier- oder Landwirt bzw. Tiermedizin erfolgreich angeschlossen hat oder eine mindestens drei Jahre eigenverantwortliche Kaninchenhaltung ohne tierschutzrechtliche Beanstandungen nachweisen kann. Bezüglich der Anforderungen an die Haltungseinrichtungen gibt es teilweise Übergangsvorschriften bis zum Jahr 2019 bzw. 2024.

Auf der Sitzung des Bundesrates am 12. Juni 2015 wurde auf Antrag der Länder Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz über ein Verbot der Pelztierhaltung beraten.  

Die Vorlage eines entsprechenden Gesetzesentwurfes zur Änderung des Tierschutzgesetzes -Gesetzesentwurf Verbot der Pelztierhaltung wurde dem Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz zugewiesen. 

Die Bundesregierung äußerte in einer Stellungnahme, dass ein Verbot der Pelztierhaltung nicht im Tierschutzgesetz, sondern im Tiererzeugnis-Handels-Verbotsgesetz (TierErzHaVerbG) zu regeln wäre. Außerdem sollte das Verbot nicht auf die Pelzgewinnung, sondern auf die Gewinnung von Pelztiererzeugnissen ausgeweitet werden.  

Truthühner (Puten)

In Deutschland wurden im Jahr 2013 die  

Bundeseinheitlichen Eckwerte für eine freiwilige Vereinbarung zur Haltung von Jungmasthühnern (Broiler, Masthähnchen) und  Mastputen Bundeseinheitliche Eckwerte Mastputen 

überarbeitet.

Sie stellen eine Selbstverpflichtung der Putenhalter dar. Sie legen unter anderem Details zu Futter- und Tränkeinrichtungen, Besatzdichte, Belüftung, Einstreu, Beschäftigungsmaterial sowie vorgeschriebene Sachkunde des Putenhalters. Eine Expertengruppe überprüft derzeit die Eckwerte auf der Grundlage praktischer Erfahrungen und neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ein neues Regelwerk wird vorraussichtlich Ende 2012 verabschiedet.

Die Länderagrarminister forderten bei ihrer Konferenz im württembergischen Schöntal im Oktober 2012 den Bund auf, rechtsverbindliche Vorschriften für die Putenhaltung zu entwickeln. Dabei sei die höhere Anfälligkeit der Puten gegenüber schädigenden Witterungseinflüssen besonders zu berücksichtigen.

THEMA: Zucht von schnellwachsenden Broilern schaft Schmerzen, Leiden, Schäden


EFSA untersucht Tierschutz bei Masthühnern und ihrer Zucht (Pressemitteilung vom 28. Juli 2010):

Das EFSA-Gremium für Tiergesundheit und Tierschutz (AHAW-Gremium) hat ein wissenschaftliches Gutachten über den Einfluss der genetischen Auswahl auf das Wohlbefinden von Masthühnern (Broilern) und ein weiteres Gutachten über den Einfluss von Unterbringung und Haltung auf das Wohlbefinden von Masthuhnzuchttieren[1] angenommen. Die Sachverständigen der EFSA stellen fest, dass die meisten Tierschutzprobleme mit zu schnellem Wachstum, welches durch genetische Selektion der Hühner erreicht wurde, zusammenhängen. Außerdem beschreiben sie Probleme durch die Wechselwirkungen zwischen genetischen Merkmalen und der Umwelt der Hühner (zum Beispiel die Haltung und das Management auf Geflügelfarmen). Diese Gutachten unterstützen die Europäische Kommission bei der Erstellung eines Berichts an das Europäische Parlament und den Rat der Europäischen Union... mehr

Tierschutz bei der Schlachtung

Am 8. Dezember 2009 ist die Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 des Rates vom 24. September 2009 über den Schutz Verordnung (EG) Nr. 1099/2009  von Tieren zum Zeitpunkt der TötungVerordnung (EG) Nr. 1099/2009 in Kraft getreten.  

Die Vorschriften der genannten Verordnung erforderten eine Anpassung der bislang geltenden Tierschutz-Schlachtverordnung.  

Mit der Neufassung der Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung und zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 des Rates (Tierschutz-Schlachtverordnung) vom 20. Dezember 2012Tierschutz-Schlachtverordnung wurden die bereits geltenden und bewährten Vorschriften fortgeführt. Einzelne bereits bestehende Regelungen wurden an den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand angepasst.  

Sie enthält lediglich eine neu aufgenommene Vorschrift in § 12 Absatz 9 Nummer 3, nämlich die Möglichkeit, Krebstiere - abweichend von der Tötung durch Verbringen in stark kochendes Wasser - elektrisch zu betäuben oder zu töten. Dabei handelt es sich um eine Option für ein alternatives Betäubungs- oder Tötungsverfahren, das nicht zwingend anzuwenden ist.  

Am 8. Dezember 2019 laufen die Übergangsbestimmungen für vor dem 1. Januar 2013 in Betrieb genommen Schlachthöfen aus. Dies betrifft neben baulichen Voraussetzungen für die Wartestallungen insbesondere die Anforderungen für Geräte und Anlagen zur Ruhigstellung und Betäubung. So müssen alle Elektrobetäubungsgeräte (mit Ausnahme von Geräten zur Wasserbadbetäubung) Stromeinwirkzeit, Stromstärke, Spannung, Frequenz, Unterschreiten der Mindest-Stromeinwirkungszeit sowie die fehlerhafte Betäubung hinsichtlich Stromstärkeverlauf anzeigen bzw. aufzeichnen. Des weiteren müssen Schlachtbänder für Geflügel so ausgelegt sein, dass eingehängte Hühnervögel nicht länger als eine und Enten, Gänse und Puten nicht länger als zwei Minuten wahrnehmungsfähig eingehängt sind.      

 THEMA: Schlachtung von trächtigen Kühen

In Deutschland werden jedes Jahr 1,65 % hochträchtige Rinder geschlachtet. Es werden somit ca. 19 800 lebensfähige Kälber getötet. Ab dem 7. Trächtigkeitsmonat ist der Fetus voll entwickelt. Eine Schmerzwahrnehmung und Leidensfähigkeit ist vorhanden. Bei der Schlachtung tritt der Tod des Feten durch Sauerstoffmangel ein. Lang anhaltende Körperbewegungen und Atemversuche sind an der Tagesordnung. Es handelt sich in keinem Fall um eine tierschutzgerechte Tötung des Feten. Ein tierschutzgerechter Tod der Föten ist auschließlich durch eine Euthansie gewährleistet. Nach der derzeitigen Rechtslage ist nur der gewerbliche Transport von Tiere im fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium (90% oder mehr) verboten. Das ungeborene Leben, die Feten, sind nach dem Tierschutzgesetzt nicht geschützt. Die genannten Rechtslücken müssen schnellstmöglich geschlossen werden. Empfindungsfähige Föten müssen rechtlich als schutzbedürftige Lebewesen anerkannt werden. Ein Zurücksenden der hochträchtigen Tiere vom Schlachthof zum Landwirt ist aus tierseuchenrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Die Landwirte sind in der Pflicht. Sie dürfen die Kuh erst schlachten lassen, wenn das Kalb ausgetragen wurde. Im Notfall (massive Krankheitsprobleme des Muttertieres) ist ein Kaiserschnitt durchführen zu lassen. Auschließlich wirtschaftliche Gründe für eine Schlachtung eines Tieres in fortgeschrittener Trächtigkeit gelten nicht als vernüftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes. In das Tierschutzgesetz sollte das Verbot der Abgabe von Tieren in fortgeschrittener Trächtigkeit aufgenommen werden. Im Zweifel ist vor dem Verbringen zur Schlachtung durch einen Tierarzt eine Trächtigkeitsuntersuchung durchführen zu lassen.

Zwischen dem Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und mehreren Verbänden und Wirtschaftsbeteiligten wurde am 23. September 2015  eine Vereinbarung zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder unterzeichnet. Vereinbarung zur Vermeidung der Schlachtung tragender Rinder

Verbot des Schächtens

Der Bundesrat beschloss in seiner Sitzung am 12.02.2010 den “Entwurf eines... Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes” erneut in den Bundestag einzubringen. Die nach dem “Schächturteil” des Bundesverfassungsgerichtes entstandene zwischen den Rechtsgütern Tierschutz und Religionsfreiheit soll beseitigt werden. Beide sind in der Verfassung geschützt. Der geänderte § 4 a des Tierschutzgesetzes erlaubt eine Erteilung der Schächterlaubnis, wenn der Antragsteller gegenüber der Behörde nachweist, dass das Schächten aus religiösen Gründen zwingend erforderlich ist und bei dem Tier keine zusätzlichen Schmerzen auftreten.

Weitere Informationen zu diesem Thema: Gutachten der Bundestierärztekammer: Tierschutz bei der betäubungslosen Schlachtung aus religiösen Gründen

Tierschutz beim Transport

Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates vom 22. Dezember 2004 über den Schutz von Verordnung (EG) Nr. 1/2005

Tieren beim Transport und damit zusammenhängenden Vorgängen

(europäische Tierschutz-Transportverordnung)

Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport und zur Durchführung der Tierschutz-Transportverordnung

Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates vom 11. Februar 2009 (nationale

Tierschutz-Transportverordnung)

THEMA: Tierschutz beim Transport nicht in ausreichendem Maß gegeben

Trotz der gesetzlichen Vorgaben werden immer noch mit für die Tiere mit Qualen verbundene Transporte quer durch Europa durchgeführt. Die Ursachen liegen in der mangelnden Kontrolltätigkeit und der inkonsequenten Ahndung von Verstößen durch die zuständigen Behörden. Einen Einblick in die Zustände geben die beiden Erfahrungsberichte der Organisationen Eyes on Animals und Tierschutzbund Zurich von der bulgarisch-türkischen Grenze.

Erfahrungsbericht No. 1 Rindertransport und Tierschutz

Zusammenfassung: Am 15. April 2011 erhielten wir die Information, das ein Viehtransporter des niederländisch-deutschen Unternehmens "Keus en Mollink" an der bulgarisch-türkischen Grenze seit mehreren Tagen festgehalten wird. Es wurde ein Team von Inspektoren entsandt, um die Situation der Rinder zu beurteilen und ggf. zu verbessern. Um 3:00 Uhr am 17. April trafen wir an der Grenze ein. Der Viehtransporter hatte diese endlich passiert. Aber Dutzende von anderen Fahrzeugen mit Rindern und Schafen aus Litauen, Ungarn und Bulgarien warteten. Um 17:45 beobachtete das Team in Kapikule (türkischer Seite der Grenze) einen auf der Standspur der Autobahn wartenden niederländischen Viehtransporter. Das Transportunternehmen ist wieder "Keus en Mollink". An Bord sind junge Rinder mit ungarischen Ohrmarken. Ein Tier ist gestorben. Die Einstreu ist schmutzig und sehr nass, Jauche tropft aus den Seiten des Fahrzeugs. Im ersten Stock des Fahrzeugs sind keine für ausgewachsene Rinder geeignete automatischen Tränken vorhanden. Die Fahrer haben kein Futter für die Tiere. Zur Wasserversorgung dienen lediglich zwei kleine Wassertröge. Die Bestimmung der Tiere ist Ankara.

Erfahrungsbericht No. 2 Tiertransporte und Tierschutz

Zusammenfassung: Vom 24. bis zum 31. Oktober 2011 beobachteten wir fast 100 Tiertransporte, welche die bulgarisch-türkische Grenze in Kapikule passierten. 70 Fahrzeuge transportierten Vieh. Die meisten hatten Rinder geladen. 25 Lkws verbrachten Schafe aus Bulgarien in die Türkei. Die Rinder stammten vor allem aus Ungarn, einige auch aus den baltischen Staaten wie Estland und Litauen. Die Fahrstrecke von den baltischen Staaten bis zur EU-Grenze in Kapikule beträgt mehr als 2.000 km. Aus der Gegend von Budapest sind es ca. 1.300 km bis Kapikule. Die tatsächlichen Fahrzeiten sind extrem lang, weil es in Ungarn mehrere Ladestellen gibt. Die Fahren berichteten, dass unter "normalen Umständen" der Transport aus Ungarn (nahe Budapest) nach Istanbul ca. dauert. 85 Stunden dauert. Die Rinder verlieren rund 8% und mehr ihres Gewichts während der Fahrt. Die Mehrzahl der beobachteten Transporte hatte, je nach dem Gewicht, 30 bis 36 Rinder geladen. Die Tiere waren in der Lage sich zu bewegen und sich hinzulegen. Die Bedingungen für die Tiere waren bereits zu diesem Zeitpunkt schlecht, Die erschöpften Tiere lagen in einer dicken Kotschicht. Die Ammoniak-Geruch war ziemlich intensiv. Die Wartezeit von Tiertransporten an der Grenzkontrollstelle variierte von 15 Minuten bis zu 24 Stunden, manchmal auch mehrere Tage. Auf 2 Viehtransportern waren die Rinder sogar mehr als 4 Tage eingepfercht. Die weitere Streckenlänge von Kapikule zu den verschiedenen Zielen in der Türkei liegt zwischen 250 und 1.800 km nach Istanbul, Bursa, Izmir, Ankara und sogar nach Erzurum.

Es bedarf dringend einer Änderung der tierschutzrechtlichen Vorschriften.

Die Situation der Tiere beim Transport würde sich durch folgende verbindliche Vorgaben in der EU-Gesetzgebung wesentlich verbessern:

  • Begrenzung der Höchstdauer von Schlachttiertransporten auf 8 Stunden
  • Verbot des Verbringens von Nutztieren auf langen Transportwegen in Drittländer
  • Festlegung des Mindestabstands zwischen Widerristhöhe der transportierten Tiere und dem Fahrzeugdach auf 20 cm
  • 8hours ist eine europaweite Tierschutzkampagne mit dem Ziel, die Transportzeiten von Nutztieren (Rinder, Schafe, Pferde, Schweine und Geflügel) innerhalb der Europäischen Union rechtlich auf maximal acht Stunden zu begrenzen. Deren Initiator, Dan Jørgensen, forderte gemeinsam mit anderen EU-Parlamentariern die EU-Kommission auf, die Verordnung (EG) Nr. 1/2005 dahingehend zu überarbeiten, dass eine Beförderungsdauer von höchstens acht Stunden für Schlachttiere festgesetzt wird.

    Schriftliche Erklärung eingereicht gemäß Artikel 123 der Geschäftsordnung zur Festsetzung einer Erklärung Obergrenze acht Stunden Tiertransporte
    Obergrenze von acht Stunden für die Beförderung von Schlachttieren in der Europäischen Union

    Diese wurde von der Mehrheit der 754 EU-Abgeordneten unterzeichnet. DIe EU-Kommission und der Rat werden aufgerufen, die Transportzeiten zu überarbeiten. Die EU-Obergrenze für die Transportdauer von Schlachtvieh soll 8 Stunden betragen.

    Aktivisten der Inintiative “8hours” haben eine umfangreiche Dokumentation verfasst, die 36-seitige Broschüre

    8 Stunden sind mehr als genug! 8hours sind mehr als genug.

    Darin findet sich zum einen eine umfangreiche Dokumentation von über Jahre durchgeführten Tiertransport-Kontrollen, zum anderen wird das Thema in den aktuellen politischen Zusammenhang gestellt: Die EU-Gesetzgebung zum Schutz von Nutz'tieren, die aktuelle Tiertransport-Verordnung, der Vertrag von Lissabon – was ist Wunsch und was ist Wirklichkeit, und wie sehen die nächsten Schritte für dringend notwendige Verbesserungen aus?

    Der Deutsche Tierschutzbund (DTB) übergab 1,1 Millionen Unterschriften, mit denen sich die Unterzeichnenden für eine generelle Begrenzung der Transportdauer für Schlachttiere auf acht Stunden ausgesprochen hätten. Im August 2012 teilte die Europäische Kommission in einem Antwortschreiben an den DTB mit, dass sie derzeit keine neuen EU-Rechtsvorschriften über den Tiertransport. Die Kommission will stattdessen auf eine bessere Durchsetzung bestehenden Rechtes setzen.

    Vom 21. bis 29. Juli 2015 waren Eyes on Animals und die Animal Welfare Foundation an der europäisch-türkischen Grenze in Kapitan Andreewo-Kapilkule um Tiertransporte zu kontrollieren. Die Situation an diesem Grenzübergang ist immer noch genauso problematisch wie vor 5 Jahren; gravierende Verstöße und sehr viel Tierleid wurden erneut dokumentiert.

    Die Tiere leiden während der langen Wartezeit an der Grenzkontrollstelle unter den sommerlichen Temperaturen. Einige Rinder sterbern.

     

    THEMA: Rindertransporte in doppelstöckigen Transporten

    Gemäß Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) darf bei Kraftfahrzeugen und Anhängern einschließlich mitgeführter austauschbarer Ladungsträger die höchstzulässige Höhe über alles 4,00 m nicht überschreiten. Die durchschnittliche Widerristhöhe der in Deutschland am weitesten verbreiteten Rinderrasse “Holstein Schwarzbunt” beträgt 140 cm (Kuh). In Abhängigkeit vom den Innenmaßen des Viehtransporters bleibt den Rindern bei einem Transport auf zwei Etagen eine Kopffreiheit von ca. 10 cm.

    In Artikel 3 der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 heißt es: “Niemand darf eine Tierbeförderung durchführen oder veranlassen, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötige Leiden zugefügt werden könnten.” Darüber hinaus muss nach Buchstabe g) unter anderem folgende Bedingung erfüllt sein: “Die Tiere verfügen entsprechend ihrer Größe und der geplanten Beförderung über ausreichend Bodenfläche und Standhöhe.”

     In einem Schreiben der Europäischen Kommission vom 10. August 2011 zur Auslegung der Laderaumhöhen bei Transporten nach Verordnung (EG) 1/2005 wird die Meinung vertreten, dass die Deckenhöhe beim Transport von Rindern so bemessen sein muss, dass sie mindestens 20 cm höher als die  Widerristhöhe des größten Tieres ist. Dabei stützt sich die Kommission auf das „Wissenschaftliche Gutachten zum Schutz von Tieren beim Transport“, dass   die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) am 12. Januar 2011 veröffentlicht hat.

    So heißt es auch im Handbuch Tiertransporte: “Bei Rindern sollte über der höchsten Stelle des Tieres noch 20 cm Raum zur Verfügung stehen.” Bei behornten Rindern ist nicht der höchste Punkt der Rückenlinie, sondern der Kopf, ausschlaggebend. Alle Bundesländer haben die Vorgaben des genannten Handbuches bezüglich Laderaumhöhe per Erlass in Kraft gesetzt.

    Bei einer Kopffreiheit von weniger als 10 cm kann über bis zu 29 Stunden nicht gehoben werden. Infolge der unnatürlichen Körperposition schmerzen Halswirbelsäule und -muskulatur. Widerrist, Rücken oder Kopf stoßen an die Decke. Die Tiere verletzten sich. Beim Kot- und Harnabsatz können die Rinder keine natürliche Körperhaltung (nach oben gekrümmter Rücken) einnehmen. Durch die räumliche Enge ist die Luftzirkulation gestört. Die gesetzlich festgelegte Innentemperatur von maximal 30 °C (35 °C inkl. Toleranz) kann überschritten werden.

    Weitere Informationen:

    Niclas-Frederic Weisser: Zur Strafbarkeit nach § 17 Nr. 2b TierSchG durch das Überladen von wirtschaftlich bedingten Rindertransporten (Zeitschrift für Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, Heft 8/2015)

    Urteil des Amtsgerichtes Bremen vom 3. September 2014 wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz: Doppelstöckiger Transport von überdurchschnittlich großen Schlachtrindern mit einem Mindesthöhenabstand von weniger als 10 cm Urteil doppelstöckiger Transport von Rindern

    Mit modernen Fahrzeugen wäre dem Tierschutz und der Wirtschaftlichkeit beim Rindertransport genüge getan. Die Cuppers Carrosserieën B.V. aus den Niederlanden stellt mit dem Cattlecruiser einen Viehtransporter her, wo jede der beiden Etagen unter Einhaltung der StVZO eine Höhe von 1,84 m aufweist. So können auch großrahmige Rinder doppelstöckig transportiert werden.

    THEMA: Tötung von Geflügel durch Genickbruch

    Nach derzeitiger Rechtslage ist das Töten von Geflügel durch “Überstrecken” des Genickes sowohl mit als auch ohne vorhergehende Betäubung kein zulässiges Tötungsverfahren für Geflügel. In der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 wird der Genickbruch in Kapitel l Tabelle 1 des Anhanges l als zulässiges mechanisches Betäubungsverfahren angegeben. Hiernach darf der Genickbruch durch manuelles oder mechanisches Strecken und Abdrehen des Halses, das zu cerebraler Ischämie führt, bei Geflügel mit einem Lebendgewicht von bis zu 5 kg zur Schlachtung, Bestandsräumung und in anderen Fällen verwandt werden. In Kapitel M wird in den besonderen Vorschriften zum Genickbruch (Nummer 3) die Anwendung jedoch wieder eingeschränkt. Der Genickbruch darf nicht routinemäßig angewendet werden, sondern nur in den Fällen, in denen “keine anderen Betäubungsverfahren zur Verfügung stehen”. Zusätzlich findet eine Beschränkung auf höchstens 70 Tiere pro Tag und Mitarbeiter statt.

    Weitere europäische Vorschriften

    Nachfolgend sind weitere Richtlinien der Europäischen Union für eine möglichst artgerechte Tierhaltung aufgeführt:

    Ständige Ausschuss des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen

    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Schweinen  Haltung von Schweinen


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Rindern Haltung von Rindern


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Kälbern Haltung von Kälbern


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Ziegen Haltung von Ziegen

    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Schafen Haltung von Schafen


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Haushühnern Haltung von Haushähnern


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Gänsen Haltung von Gänsen


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Puten


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Straußenvögeln Haltung von Straußenvögeln


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Moschusenten Haltung von Moschusenten


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Pekingenten Haltung von Pekingenten


    Europaratsempfehlungen für die Haltung von Pelztieren Haltung von Pelztieren

    Richtinie 98/58/EG des Rates vom 20. Juli 1998 über den Schutz landwirtschaftlicherNutztiereRichtlinie 98/58/EG

    Richtlinie 2008/119/EG des Rates vom 18. Dezember 2008 über MindestanforderungenRichtlinie 2008/119/EG

    für den Schutz von Kälbern

    Richtlinie 1999/74/EG des Rates vom 19. Juli 1999 zur Festlegung von Richtlinie 1999/74/EG


    Mindestanforderungen zum Schutz von Legehennen

    Richtlinie 2008/120/EG des Rates vom 18. Dezember 2008 überMindestanforderungenn für den Schutz von SchweinenRichtlinie 2008/120/EG

    THEMA: Kürzen der Schwänze und Zähne beim Schwein

    In Anhang I, Kapitel 1, Abschnitt 8 der Richtlinie 2008/120/EG wird bezüglich Kupieren der Schwänze oder Verkleinerung der Eckzähne bei Ferkeln folgendes festgeschrieben :“Ein Kupieren der Schwänze oder eine Verkleinerung der Eckzähne dürfen nicht routinemäßig und nur dann durchgeführt werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass Verletzungen am Gesäuge der Sauen oder an den Ohren anderer Schweine entstanden sind. Bevor solche Eingriffe vorgenommen werden, sind andere Maßnahmen zu treffen, um Schwanzbeißen und andere Verhaltensstörungen zu vermeiden, wobei die Unterbringung und Bestandsdichte zu berücksichtigen sind. Aus diesem Grund müssen ungeeignete Unterbringungsbedingungen oder Haltungsformen geändert werden.”

    Oben aufgeführte Eingriffe dürfen also nicht routinemäßig durchgeführt werden. In erster Linie müssen, um das Schwanzbeißen zu verhindern, die Haltungsbedingungen verbessert werden. In Anhang I, Kapitel 1, Abschnitt 4 heißt es dazu: “Schweine (müssen) ständigen Zugang zu ausreichenden Mengen an Materialien haben, die sie untersuchen und bewegen können, wie z. B. Stroh, Heu, Holz, Sägemehl, Pilzkompost, Torf oder eine Mischung dieser Materialien, durch die die Gesundheit der Tiere nicht gefährdet werden kann.”

    Ein Kupieren des Schwanzes ist demnach nur möglich,

    • wenn Änderungen der Haltungsbedingungen nicht zum Erfolg führten und
    • bei einem Schwein, das bereits entsprechende Verletzungen aufweist.
    Es handelt sich also um eine Einzelfallentscheidung.

    In der Praxis wird die geschilderte Vorschrift jedoch sowohl von den Landwirten als auch von den als Kontrollbehörde fungíerenden Veterinärämtern ignoriert.

    Die Europäische Kommission ist der Auffassung, dass in den schweinehaltenden Betrieben unzureichend geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko des Auftretens des Schwanzbeißens zu minimieren. Sie leitete im Jahr 2009 ein Beschwerdeverfahren gegen Deutschland ein. Es hat etwas bewirkt. Nordrhein-Westfalen und Thüringen setzen jeweils einen ministeriellen Erlaß in Kraft, der das routinemäßige Schwanzkupieren erschwert. Schweinehalter müssen sich halbjährlich vom Tierarzt beraten lassen, wie Haltung, Lüftung oder Fütterung zu verbessern seien, um das Auftreten von Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen zu vermeiden. Die Agrarministerkonferenz beschloss, dass in enger Abstimmung von Wissenschaft, Agrar- und Veterinärverwaltung ein Konzept ausgearbeitet wird, das den Schweine haltenden Landwirten eine konkrete Handlungsempfehlung zum Kürzen der Schwänze bei Schweinen bietet.

    Das Sächsischen Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft (LfULG) hat eine

    Checkliste zur Vermeidung von Verhaltensstörungen (Schwanzbeißen) Checkliste zur Vermeidung von Verhaltensstörungen (Schwanzbeißen)

    erarbeitet.

    Diese sollten von den Betrieben zur Dokumentation ihrer Bemühungen, auf das Kupieren der Schwänze zu verzichten, verwendet werden.

    Nach einer Studie des Danish Centre for Food and Agriculture (DCA) der University Aarhus sollten Schweinen pro Tag und Tier mindestens 400 g Stroh gegeben werden, um das Schwanzbeißen (wie auch das der Ohren) zu unterbinden. Schweine verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit der Untersuchung ihrer Umgebung. Dabei konzentrieren die Schweine ihr Interesse auf veränderbare Materialien. Falls Futter oder verformbares Spielzeug nicht vorhanden sind, stehen die anderen Tiere der Gruppe im Mittelpunkt des Beschäftigungsverhaltens. Die Gabe von Stroh bewirken außerdem höhere Wachstumsraten und einen deutlichen Rückgang der Geschwüre im Magen-Darm-Trakt.

    THEMA: Anbindehaltung von Rindern

    Rechtslage
    Nach § 5 Ziffer 3 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung dürfen Kälber nicht angebunden oder sonst festgelegt werden. Kälber im Sinne dieser Verordnung sind Hausrinder im Alter von bis zu sechs Monaten. Das Tierschutzgesetz selbst kennt kein ausdrückliches Verbot der Anbindehaltung von Rindern, lediglich die allgemeinen Vorschriften des § 2. Hiernach müssen Tiere verhaltensgerecht untergebracht werden und darf ihre Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass damit Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden verbunden sind.

    Fachliche Beurteilung
    Das Bewegungsbedürfnis des Rindes unterscheidet sich allenfalls graduell von dem des Pferdes. Langzeitbeobachtungen an Rindern, die im Laufstall oder auf der Weide gehalten werden, belegen tägliche Wegstrecken von etlichen hundert Metern, in Einzelfällen sogar von mehreren Kilometern, und zwar ohne äußeren Zwang. Bei der Anbindehaltung werden bewegungsaktive Tiere weitgehend immobilisiert, d.h. der Aufenthaltsbereich beschränkt sich auf den Standplatz des Rindes, die Bewegungsmöglichkeit auf Trippelschritte, Aufstehen und Niederlegen sowie die – durch die Anbindevorrichtung mehr oder weniger eingeschränkten – Bewegungen des Kopfes. Rinder sind von Natur aus nicht nur bewegungsfreudig, sondern darüber hinaus gesellig und neugierig. Bei der Anbindehaltung werden auch diese Neigungen im Ansatz erstickt. Das Sozialverhalten beschränkt sich auf ein bis zwei Nachbartiere, ein natürliches Gruppenverhalten, bei dem die Tiere sich untereinander durch Sicht- und Berührungskontakt erkennen, sich gegenseitig belecken und – zur Herstellung einer Rangordnung – durchaus auch einmal streiten, ist weitestgehend ausgeschlossen. Die optischen und olfaktorischen Reize beschränken sich auf das immer gleiche Umfeld, die angeketteten Rinder schauen gerade in älteren Ställen nicht selten nur vor eine Wand. Für das Wohlbefinden von Rindern wie von höher entwickelten Tieren überhaupt (und natürlich auch von uns Menschen) ist es aber wichtig, mit allen Sinnen am Geschehen in der Umgebung teilzuhaben. Durch Bewegung und Abwechslung wird der Stoffwechsel der Tiere gefördert, was sich positiv auf Konstitution und Fruchtbarkeit, Nutzungsdauer und Leistung auswirkt. Angekettete Rinder sind zwangsläufig in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt, um nicht sogar von einem Leiden zu sprechen.

    Gutachten zur Rechtmäßigkeit der Anbindehaltung von Rindern von RA Dr. Konstantin Leondarakis Gutachten zur Rechtmäßigkeit der Anbindehaltung von Rindern

    In der Sitzung des Bundesrates am 27.11.2015 brachte das Land Hessen einen Entschließungsantrag zum Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern ein. Die Vorlage wurde dem Ausschuss für Agrarpolitik und  Verbraucherschutz zugewiesen. In der Bundesratssitzung vom 22.04.2016 wurde die Entschließung auf Empfehlung des Auschusses gefasst. Die ganzjährige Anbindehaltung von Rindern stellt kein  tiergerechtes  Haltungssystem im Sinne des § 2 Tierschutzgesetz dar. Der Bundesrat sprach sich für ein gesetzliches Verbot  der ganzjährigen  Anbindehaltung von Rindern aus. Es soll eine Übergangsfrist von 12 Jahren geben. Kleinen Familienbetrieben soll ausreichend Zeit für die Umstellung gegeben werden.

    Die Bundesregierung lehnte in ihrer Stellungnahme vom 15. Juli 2016 das Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung bei Rindern ab. Es sei zu befürchten, dass eine derartige Regelung mittelbar zu einer Beschleunigung des Strukturwandels und zu einer erheblichen Belastung kleinerer und mittelständischer (Nebenerwerbs-) betriebe führen würde

     

    Richtlinie 1999/22/EG des Rates vom 29. März 1999 über die Haltung von WildtierenRichtlinie 1999/22/EG

    in Zoos (Zoo-Richtlinie der EU)

    Richtlinie 86/609/EWG vom 24. November 1986 zur Annäherung der Rechts- und Richtlinie 86/609/EWGVerwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere (derzeit geltende EU-Versuchstierrichtlinie)

    Richtlinie 2010/63/EU des Rates vom 22. September 2010 zum Schutz der für EU-Versuchstierrichtliniewissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere (neue EU-Versuchstierrichtlinie)

    Mit der Richtlinie 2010/63/EU wird die derzeit gültige Richtlinie zum Schutz von Versuchstieren aus dem Jahre 1986 abgelöst und die Regelungen dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand angepasst. Die Richtlinie wird in den meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu einer deutlichen Verbesserung des Schutzes von Versuchstieren führen. Das in Deutschland (aber auch Österreich) etablierte hohe Schutzniveau wird jedoch aufgeweicht.

    In folgenden Punkten geht die neue EU-Versuchstierrichtlinie über das bestehende nationale Recht hinaus:

    • gesonderte Bestimmungen für in Versuchen verwendete nicht-menschliche Primaten (u. a. Menschenaffen)
    • das grundsätzliche Verbot von Versuchen mit länger anhaltenden, starken Schmerzen
    • die Ausweitung des Anwendungsbereichs auf Föten von Säugetieren im letzten Drittel der Trächtigkeit.

    Die Vorgaben der Richtlinie 2010/63/EU müssen von den Mitgliedstaaten innerhalb von zwei Jahren nach deren Inkrafttreten in nationales Recht umgesetzt werden.

    Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 7. Juni 2013 dem vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vorgelegten Entwurf einer Tierschutz-Versuchstierverordnung zugestimmt. Die europäische Versuchstierrichtlinie wird damit - wie auch mit der Änderung des Tierschutzgesetzes geschehen - in nationales Recht umgesetzt. Die Verordnung enthält strenge Anforderungen an die Haltung, Zucht und Verwendung von Versuchstieren. Diese betreffen unter anderem die Zwecke, zu denen Tierversuche zulässig sind, die Verpflichtung zur Belastungsminimierung, die Genehmigungsvoraussetzungen, die Sachkunde beteiligter Personen, Verbote und Beschränkungen für die Verwendung bestimmter Tiere, die Verpflichtung zur Bestellung von Tierschutzbeauftragten sowie Tierschutzausschüssen oder Aufzeichnungspflichten. Erstmals ist auch die Information der Öffentlichkeit über genehmigte Tierversuche vorgesehen. Ein weiteres neues Element ist die behördliche, rückblickende Bewertung bestimmter Tierversuche nach deren Abschluss. Zudem wird das Bundesinstitut für Risikobewertung ausdrücklich mit der Aufgabe der Beratung der zuständigen Behörden im Hinblick auf Zucht, Haltung oder Verwendung von Versuchstieren sowie Alternativen zum Tierversuch betraut.

    An dieser Stelle sollen auch die

    Leitlinien 2007/526/EG vom 18. Juni 2007 für die Unterbringung und Pflege von Tieren, die fürLeitlinie 2007/526/EWG - Unterbringung und Pflege von Versuchstieren Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet werden

    erwähnt werden.

    Sie wurden durch die

    Verordnung zu der Annahmeerklärung vom 15. Juni 2006 über die Änderung von EU-Verordnung - Schutz von Versuchstieren

    Anhang A des Europäischen Übereinkommens zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Wirbeltiere vom 15. November 2007

    in nationales Recht umgesetzt.

    Der Allgemeine Teil enthält Empfehlungen für die Unterbringung, Haltung und Pflege aller Tiere, die für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Ergänzende Informationen für die üblicherweise verwendeten Arten sind in spezifischen Teilen enthalten. Ein unerlässlicher Bestandteil für die artgemäße Haltung ist die tiergerechte Anreicherung der Umwelt (Environmental Enrichment). Bei der Haltung von Versuchstieren wurde aus verschieden “Gründen” darauf verzichtet. Unter anderem wäre der Tierversuch infolge mangelnder Standardisierung nicht mehr reproduzierbar. Nun ist es nicht mehr möglich, den Versuchstieren notwendige Haltungselemente, z.B. den Mäusen Einstreu, Nestmaterial, Röhren, Häuschen, vorzuenthalten.

    THEMA: Etikettierung zur artgerechten Tierhaltung geplant

    Am 28. Oktober 2009 verabschiedete die EU-Kommission einen zu “Optionen für eine Tierschutzkennzeichnung und den Aufbau eines Europäischen Netzwerks von Referenzzentren für den Tierschutz und das Wohlergehen der Tiere”. In diesem werden mehrere Möglichkeiten für die Kennzeichnung von tierischen Lebensmittel (z.B. Geflügelfleisch, Milch), welche unter artgerechter Haltungsbedingungen erzeugt wurden, aufgezeigt. Das Wohlergehen der Nutztiere soll gefördert werden, indem der Verbraucher eine fundierte Entscheidungshilfe für den Kauf und dem Landwirt ein wirtschaftlicher Anreiz für die Erzeugung von unter der Einhaltung hoher Tierschutzstandards erzeugten Produkten gegeben wird. Eine Vielzahl von Konsumenten möchte wissen, unter welchen Bedingungen sein Essen erzeugt wird. Verantwortungsbewusste Hersteller können von der Einführung eines Etikettierungssystemes zur artgerechten Tierhaltung von den Marktchancen profitieren. Die Notwendigkeit der Schaffung eines Netzwerkes von Tierschutz-Kompetenzzentren auf EU-Ebene ergibt sich aus dem Fehlen harmonisierter Standards, der mangelnde Koordination vorhandener Ressourcen und der hieraus folgenden Doppelarbeit sowie der Nichtexistenz einer unabhängigen Informationsquelle.

    Die Europäische Kommission hat einen Abschlussbericht der EU vorgelegt, der mehrere Möglichkeiten zur Ausgestaltung einer europäischen Tierschutzkennzeichnung beschreibt. 

    Bericht der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Optionen für eine Tierschutzkennzeichnung und den Aufbau eines europäischen Netzwerks von Referenzzentren für den Tierschutz und das Wohlergehen der Tiere vom 28.10.2009  Abschlussberich der EU

    In der Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses heißt es: „Es besteht Bedarf an einem Kennzeichnungssystem, das den Verbrauchern auf objektiver Grundlage bessere Wahlmöglichkeiten bei tierischen Produkten an die Hand gibt, wenn die Tierschutzbedingungen über die Mindestanforderungen der EU hinausgehen. Mit der Kennzeichnung soll eine erkennbare Garantie auf der Grundlage verlässlicher Informationen gegeben werden, die für die Kommunikation mit den Verbrauchern geeignet sind.“ 

    Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zu dem „Bericht der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Optionen für eine Tierschutzkennzeichnung und den Aufbau eines europäischen Netzwerks von Referenzzentren für den Tierschutz und das Wohlergehen der Tiere“ vom 26. Mai 2010  Bericht der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Optionen für eine Tierschutzkennzeichnung und den Aufbau eines europäischen Netzwerks von Referenzzentren für den Tierschutz und das Wohlergehen der Tiere

    Eine Arbeitsgruppe der Georg-August-Universität Göttingen legte im Jahr 2010 den Abschlussbericht ((t fehlt) ) Bundesregierung des vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geförderten Forschungsprojekts "Perspektiven für ein Europäisches Tierschutzlabel“ vor. Abschlussbericht Bundesregierung

     Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages sprach sich in seiner Sitzung am 7. März 2012 für eine Kennzeichnungspflicht von Tier- und Fleischprodukten im Hinblick auf die Tierhaltung aus. Der Ausschuss beschloss eine dahingehende Petition dem Europäischen Parlament zuzuleiten. In seiner öffentlichen Petition, die 4.667 Mitzeichner gefunden hat, kritisierten deren Unterzeichner, dass weder bei den in einem Fachgeschäft gekauften Produkten noch bei abgepackten Produkten festgestellt werden könne, aus welcher Art von Tierhaltung das Fleisch stamme. Ein Verbraucher könne dieser Unsicherheit nur durch den Einkauf bei einem so genannten Biometzger entgehen, heißt es in der Eingabe. Dem würde aus Sicht des Petenten eine mit Eiern vergleichbare Kennzeichnung entgegenwirken. Jeder könne sich dann entscheiden, welche Art von Fleisch er kaufen wolle. 

    In der Sitzung des Deutschen Bundestages am 7. Mai 2015 wurde über den Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 

    Transparenz schaffen - Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch einführen Transparenz schaffen - Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch einführen

    beraten.  

    Fleisch soll analog zu Schaleneiern auf einer Skala von 0 bis 3 gekennzeichnet werden. Dabei soll die 3 für die Einhaltung der rechtlichen Mindeststandards, die 2 für mehr Platz im Stall sowie erhöhte Anforderungen an die Haltungseinrichtung, die 1 für zusätzlich Auslauf ins Freie und die 0 für Bioware stehen. Weitere Informationen sind hier erhältlich.

    Den Verlauf der Debatte kann unter TOP 12 Tierhaltungskennzeichnung für Fleisch im  

    Stenografischer Bericht der 103. Sitzung des Deutschen Bundestages  Stenografischer Bericht der 103. Sitzung des Deutschen Bundestages

    Nachgelesen werden. 

    Die Vorlage wurde an die Ausschüsse für Ernährung und Landwirtschaft und Recht und Verbraucherschutz überwiesen.

    THEMA: Ständer- (Anbinde-) Haltung von Pferden

    In Ziffer 3.4.1 der Leitlinien heißt es: “Die dauerhafte Anbindehaltung (Ständerhaltung) von Pferden ist tierschutzwidrig.” Eine derartige Einzelhaltung stellt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und sollte dem zuständigen Veterinäramt mitgeteilt werden.

    In fast allen Bundesländern existiert ein entsprechender ministerieller Erlass. Die Ständerhaltung ist - in der Regel mit Übergangsfristen - verboten. In Bayern wird eine derartige Haltung zum Beispiel bis zum Jahr 2014 geduldet. In Sachsen heißt es “Noch vorhandene Aufstallungen von Equiden in Ständerhaltung und in anderen Formen der Anbindehaltung (z.B. Anbindung auf der Koppel mittels Kette) sind daher zu prüfen und in der Regel aufzulösen. Ausnahmen sind nur im Einzelfall zulässig, bei kurzfristigen Aufenthalten, wie zum Beispiel beim Osterreiten.”

    Wie wissenschaftliche Studien beweisen, zeigen über die Hälfte aller in Ständern gehaltenen Pferde gravierende Verhaltensstörungen. Weder kann das Bedürfnis nach Bewegung, Körperpflege und Sozialkontakt gestillt werden noch können die in Ständern gehaltenen Pferde sich in die für den Tiefschlaf unerlässliche Seitenlage legen.

    Die Broschüre “Artgerechte Pferdehaltung” Artgerechte Pferdehaltung des Deutschen Tierschutzbundes e.V. geht detailiert auf diese thematik ein.

    Weitere Informationen zu diesem Thema sind auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz zu finden.

    THEMA: Pferdefuhrwerksbetriebe

    In vielen Städten werden Kutschfahrten angeboten. Von den Veterinärämtern werden vielfach folgende Dinge bemängelt:

      • fehlende Sachkunde der Fahrer (z. B. Deutsches Fahrabzeichen)
      • keine für die Pferde angemessenen Pausenzeiten
      • unzureichende Tränkwasserversorgung am Standplatz


    In Berlin haben die Tierärzte der Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämter und die Mitarbeiter der Senatsverwaltung die

    Berliner Leitlinien für Pferdefuhrwerksbetriebe Berliner Leitlinien Pferdefuhrwerksbetriebe

    erarbeitet.

    Diese Leitlinie ist in Deutschland einzigartig. Eine entsprechende Verordnung auf Landes- oder Bundesebene wäre für die Durchsetzung des Schutzes der Pferde und der Verkehrsicherheit von entscheidendem Vorteil.

      • Mindestanforderungen an die Haltung von Kleinvögeln - Gutachten der Sachverständigengruppe über die tierschutzgerechte Haltung von Vögeln
      • Haltung von Greifvögeln und Eulen - Gutachten über die tierschutzgerechte Haltung von Vögeln
      • Haltung von Straußenvögeln, außer Kiwis - Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Straußenvögeln, außer Kiwis
      • Haltung von Papageien - Gutachten der Sachverständigengruppe über die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien
      • Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser) - Gutachten über die Mindestanforderungen
      • Haltung von Terrarientieren - Gutachten der Sachverständigengruppe über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien
      • Haltung von Wild in Gehegen - Leitlinien für eine tierschutzgerechte Haltung von Wild in Gehegen
      • NEU: Haltung von Säugetieren - Gutachten über die MindestanforderungenSäugetiergutachten

        an die Haltung von Säugetieren (Säugetiergutachten) vom 7. Mai 2014

        Das Gutachten wurde gegenüber dem Vorgänger aus dem Jahr 1996 um viele Tierarten erweitert. Die Haltungsnormen wurden dem aktuellen Kenntnisstand angepasst. Es gilt für Zoos, Tierparks und für die Haltung solcher Tiere in Privathand. Es werden zum Teil Anlagenumbauten oder Neubauten erforderlich, um die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren zu erfüllen.

    THEMA: Haltung von Tieren in Zirkussen

    Seit dem 19. März 2008 ist die Verordnung über die Registrierung von Erlaubnissen zur Zurschaustellung von Tieren an wechselnden Orten (Zirkusregisterverordnung) in Kraft. Der Inhalt der Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe d des Tierschutzgesetzes wird durch die ausstellende Behörde in einer elektronischen Datenbank erfasst. Die kontrollierenden Behörden können auf die Datensätze zugreifen und sich so ein Bild von dem Zirkusunternehmen machen. Sie dokumentieren die Kontrollergebnisse am Gastspielort.

    Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes vom 9. Februar 2000 geht u.a. auf die Zuständigkeit der Veterinärämter ein: “Bei Unternehmen, die eine in § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchstaben b bis e genannte Tätigkeit an wechselnden Orten ausüben, ist für die Erteilung der Erlaubnis die Behörde des Ortes zuständig, an dem das Unternehmen üblicherweise seinen Sitz oder sein Winterquartier hat oder als Gewerbe angemeldet ist... Für alle anderen Maßnahmen nach dem Tierschutzgesetz einschließlich der Rücknahme oder des Widerrufs der Erlaubnis ist die Behörde zuständig, in deren Zuständigkeitsbereich sich das Unternehmen jeweils aufhält.”

    Der Inhaber des Zirkus ist erst da und dann dort gemeldet. Die Erlaubnis zum Zurschaustellen enthält zu viele Nebenbestimmungen. Also beantragt er diese noch einmal in einem anderen Landkreis. Der Zirkusdirektor wohnt das ganze Jahr in seinem Campingwagen. Den Hauptwohnsitz hat er noch nie zu Gesicht bekommen. Ein Winterquartier ist nicht vorhanden. Aus Kostengründen wird durchgespielt. In der Praxis lässt sich die Zuständigkeit am Ort der Gewerbeanmeldung festmachen. Ein entsprechender Auszug aus dem Gewerbezentralregister kann beim Bundesamt für Justiz beantragt werden. Dieser Weg wird jedoch so gut wie nie beschritten.

    Den zweiten Satz des obenstehenden Auszuges aus der Verwaltungsvorschrift scheinen die Amtstierärzte nicht zu kennen.

    Im Übrigen lassen deren Kenntnisse, was die Einschätzung der Haltungsbedingungen von Zirkustieren anbelangt, in der Regel zu wünschen übrig.

    Die Grundlage für die Überprüfung der Haltungsbedingungen stellen die

    Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Zirkusleitlinien
    Einrichtungen vom 15. Oktober 1990

    Kritikpunkte:

      • Leitlinien mit solchen Aussagen wie "inakzeptabel", "nicht tolerierbar" oder "nicht empfehlenswert" durch klare gesetzliche Regelung ersetzen
      • Mindestanforderungen an die Haltung von Zirkustieren, insbesondere bezüglich Platzbedarf und Ausgestaltung der Gehege, zu gering
      • Vorgaben für die Unterbringung in der spielfreien Zeit zu ungenau (z.B. keine Angaben bezüglich Lichtverhältnisse und Temperatur im Winterquartier)
      • Beschäftigung der Zirkustiere nicht überprüfbar (dann jedoch Unterschreitung der bereits winzigen Gehegegrößen gemäß Säugetiergutachten möglich)
      • Haltung bestimmter Tierarten (z.B. Menschenaffen, Delfine, Greifvögel) im Zirkus nicht verbindlich ausgeschlossen
      • Anforderungen an den Transport von Zirkustieren lediglich über Verweis auf die Tierschutz-Transportverordnung geregelt
      • Berücksichtigung von tierartspezifischen Besonderheiten so gut wie nicht gegeben
      • Anwendung von Elektroreizgeräten bei Erziehung, Ausbildung und Training nicht ausdrücklich verboten

    Andere Informationsquellen

    Weiterhin bieten einige Behörden bzw. Vereine entweder zum Bestellen (zum Teil kostenpflichtig) oder als Download (in der Regel kostenlos) Informationsmaterial zu den verschiedensten Tierschutzthemen an. Diese Schriften stellen in der Regel Empfehlungen oder Leitlinien dar. Es sind konkrete Anforderungen an den Umgang mit Tieren formuliert. Deren Umsetzung in der Praxis garantiert, dass die allgemeinen Vorschriften des Tierschutzgesetzes zu einem Mindestmaß - oft jedoch auch darüber hinausgehend - eingehalten werden.

    Einige Informationsquellen sind nachfolgend aufgeführt:

    Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

    Gutachten und Leitlinien für den Tierschutz

    • Ausrichtung von Tierbörsen - Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten
    • Tierschutz im Pferdesport - Leitlinien der Arbeitsgruppe Tierschutz und Pferdesport
    • Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten - Leitlinien der Sachverständigengruppe tierschutzgerechte Pferdehaltung

    Tierschutzdienst des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES)

      • Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung
      • Leitlinien für die Schweinehaltung
      • Empfehlungen für die saisonale und ganzjährige Weidehaltung von Rindern
      • Empfehlungen für die ganzjährige Weidehaltung von Schafen
      • Empfehlungen zur Freilandhaltung von Pferden
      • Tierschutzrelevante Mindestanforderungen für die intensive Putenmast

      • Merkblatt zur Hälterung von Hummern Merkblatt zur Hälterung von Hummern

    Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT)


    1. Nutztiere

      • Tierschutz im Brieftaubensport
      • Artgemäße Bisonhaltung
      • Artgerechte Kaninchenhaltung
      • Management von Sauengruppen
      • Artgemäße Haltung von Mini-Pigs
      • Artgemäße und rentable Nutztierhaltung (Rinder und Schweine)
      • ganzjährige Freilandhaltung von Rindern
      • Haltung von Mastrindern
      • Zur Enthornung von Rindern
      • Zur tierschutzrechtlichen Relevanz des Muchsens (Rinder)
      • Vermeidung von Hitzeschäden bei landwirtschaftlicher Nutztieren (Rinder, Geflügel, Schweine)
      • Beurteilung von Milchkuhbetrieben unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes
      • Rinder und Pferde in Landschaftspflege- und Naturentwicklungsprojekten
      • Hinweise für die Wanderschafhaltung in der kalten Jahreszeit
      • Zur Hälterung von Speisefischen im Einzelhandel
      • Artgemäße nutztierartige Straußenhaltung
      • Artgemäße Haltung von Wasserbüffeln
      • Artgemäße Haltung von Yaks
      • Artgemäße Ziegenhaltung
      • Gehegewild

    2. Pferde

      • Neurektomie und Tierschutz
      • Euthanasie von Pferden
      • Clippen von Pferden
      • Halung von Miniponys
      • Haltung alter Pferde
      • Beurteilung von Ponyreitbahnen unter Tierschutzgesichtspunkten
      • Zur Anwendung von Zwangsmaßnahmen bei Pferden unter besonderer Berücksichtigung der Nasenbremse unter Tierschutzgesichtspunkten

    Aus dem Arbeitskreis 11 (Pferde) der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT):

      • Tierschutzrechtliche Anordnung zur Einzäunung von Pferdeweiden - Zusammenfassung eines Gerichtsurteils
      • Gerichtsurteil Tierschutzrechtliche Anordnung zum täglichen Freilauf von Pferden
      • Stellungnahme der TVT zur Kennzeichnung von Pferden (Equiden) mittels Heißbrand und/oder Transponder

    3. Hunde und Katzen

      • Tierschutzwidriges Zubehör
      • Zum Einsatz von Alleinfuttermitteln
      • Zahnreinigung Ultraschall
      • Kastration
      • Hundeimporte
      • Trainingsplan zur Gewöhnung an das Tragen des Maulkorbes beim Hund
      • Zur Anwendung von elektrischen Hunde-Erziehungshilfen
      • Verhalten beim Aufeinandertreffen mit einem freilaufenden Hund
      • Zum Verbot des Kupierens der Hunderute
      • Empfehlungen zur Haltung von Hauskatzen
      • Wie sind Verletzungen von Kindern durch Hunde zu verhindern?
      • Tierheimordnung, Muster
      • Der Blindenführhund - Eine Entscheidungshilfe für blinde und sehbehinderte Menschen
      • Mindestanforderungen an Katzenhaltungen
      • Katzenhaltung unter Berücksichtigung ethologischer Kenntniss
      • Qualzucht beim Hund

    4. Heimtiere, Zoofachhandlungen, Tierbörsen

      • Checkliste für die Beurteilung von Amphibienhaltungen im Zoofachhandel
      • Börsen: Richtlinien Vögel
      • Börsen: Richtlinien Fische
      • Börsen: Richtlinien Reptilien
      • Kleintiermärkte und -börsen (Richtlinien für Geflügel, Tauben und Kleinsäuger)
      • Checkliste zur Überprüfung der Frettchenhaltung im Zoofachhandel
      • Checkliste zur Überprüfung Zoofachhandel
      • Flugunfähigmachen von Papageienvögeln
      • Checkliste für die Beurteilung von Reptilienhaltungen im Zoofachhandel
      • Transport von Heimtieren
      • Reptilien: Checkliste für die Beurteilung von Terrarienabteilungen im Großhandel
      • Checkliste zur Überprüfung von Vogelhaltungen im Zoofachhandel
      • Vogelspinnen: Checkliste für die Beurteilung von Terrarienabteilungen im Zoofachhandel
      • Zierfischhaltungen: Checkliste zur Überprüfung im Zoofachhandel
      • Zierfischhaltung: Checkliste zur Überprüfung im Großhandel und bei Importeuren

        Merkblätter für Tierhalter

        • Agapordiden
        • Axolotl
        • Bartagamen
        • Degus
        • Europäische Landschildkröten
        • Chinchillas
        • Gerbils
        • Goldhamster
        • Kaninchen
        • Leopardgecko
        • Mäuse
        • Meerschweinchen
        • Ratten
        • Rennmaus
        • Kanarienvögel
        • Singsittiche
        • Bourkesittich
        • Plattschweifsittiche
        • Wellensittiche
        • Unzertrennliche
        • Nymphensittiche
        • Graupapageien
        • Amazonen

      • Stellungnahme zur Handaufzucht von Papageien
      • Heimtierhaltung: Tierschutzwidriges Zubehör
    5. Wildtiere und Jagd
      • Hinweise für die Überwachung von Greifvogelhaltung
      • Fang von Wirbeltieren aus tierschutzrechtlicher Sicht
      • Forstgatter und Tierschutz
      • Fütterung von Schalenwild aus Sicht des Tierschutzes
      • Haltung von Greifvögeln
      • Jagd und Tierschutz - Wildbretqualität
      • Tierschutz für Jäger
      • Nottötung von Wildtieren
      • Wildtiere als Opfer des Straßenverkehrs

    7. Transport

      • Transport von Schlachtgeflügel durch Privatpersonen
      • Versorgungsstationen für Tiertransporte
      • Behandlung und Transport kranker oder verletzter Nutztiere

    8. Betäubung, Schlachtung, Tötung

      • Kaninchenbetäubung
      • Schlachtbetriebe, Checkliste zur Überprüfung von Schlachtbetrieben nach der Tierschutz-Schlachtverordnung
      • Tierschutzgerechtes Betäuben u. Töten von Pferden
      • Töten größerer Tiergruppen im Seuchenfall
      • Tierschutzgerechtes Schlachten von Rindern, Schweinen, Schafen u. Ziegen
      • Kugelschuss auf der Weide als Betäubungs-/Tötungsverfahren zur Schlachtung von Rindern
      • Betäuben und Töten von Pferden

    8. Tierversuche und Versuchstierhaltung

      • Immunisierung, Tierschutzaspekte bei der Immunisierung von Versuchstieren
      • Antikörper, Gewinnung von Antikörpern aus dem Hühnerei
      • Frösche, Haltung von Wasser- und Krallenfröschen
      • Hunde, Tiergerechte Haltung von Versuchshunden
      • Katzen, Tiergerechte Haltung von Versuchskatzen
      • Legehennen, Tierschutzgerechte Haltung von Versuchstieren
      • Meerschweinchen, Tierschutzgerechte Haltung von Versuchstieren
      • Rhesusaffen, Tierschutzgerechte Haltung von Versuchstieren
      • Schaf und Ziege, Tierschutzgerechte Haltung von Versuchstieren
      • Schweine, Tierschutzgerechte Haltung von Versuchstieren
      • Der Tierschutzbeauftragte
      • Tierversuch, Zur ethischen Abwägung bei der Planung von Tierversuchen
      • Tierversuch, Empfehlung zur Planung und Durchführung
      • Versuchstiere, Schmerz beim Versuchstier
      • Versuchstiere, Zur Schmerzbehandlung beim Versuchstier
      • Versuchstiere, Haltung, Transport und tierschutzgerechtes Töten von Versuchsfische
      • Kennzeichnung von Versuchstieren
      • Empfohlene maximale Injektionsvolumina bei Versuchstieren
      • Kriterien zur vorzeitigen Tötung von tumortragenden Mäusen und Ratten im Versuch
      • Tiergerechte Haltung von Versuchskaninchen
      • Haltungsempfehlungen für maulbrütende afrikanische Buntbarsche
      • Nahrungsentzug im Rahmen der Anästhesie bei Versuchstieren

    9. Tierschutzethik

      • Ethische Aspekte des Tötens von Tieren
      • Codex veterinarius

    10. Nutzung von Tieren im sozialen Einsatz

      • Nutzung von Tieren im sozialen Einsatz
      • Hühner
      • Hunde
      • Kaninchen
      • Katzen
      • Meerschweinchen
      • Neuweltkameliden
      • Pferde
      • Schafe
      • Schweine
      • Ziegen
      • Esel
      • Wüstenrennmaus/Farbmaus

    11. Stellungnahmen

      • Einsatz von Fallen zum Fang von warmblütigen Tieren
      • Bewegungsjagden
      • Umsetzung der RL 2010/63/EU (EU-Versuchtstierrichtlinie)
      • Qualzuchten bei Hunden
      • Haltung von Fischen in Nano-Aquarien
      • Amputationen bei Tieren
      • Änderung des Tierschutzgesetzes (Februar 2012)
      • Kennzeichnung von Pferden mittels Heißbrand
      • Hybridkatzen - die Tierschutzrelevanz neuer Züchtungen
      • Herrenlose Streunerkatzen in Deutschland - Ein Problem fehlender Zuständigkeit?
      • Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes § 11 - Erlaubnispflicht für tierheimähnliche Einrichtungen
      • Stachelnietenhalsbändern
      • Stellung des Tierschutzbeauftragten im Rahmen der Umsetzung der EU Richtlinie 63/2010
      • Empfehlungen zum Töten von Kleinsäugern zu Futterzwecken
      • Enthornen der Kälber
      • Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration
      • Flugunfähigmachen von Papageienvögeln
      • Handaufzucht bei Papageien
      • Stellungnahme zur Haltung von Schlangen in Racksystemen bzw. Schubladen
      • Nottötung von Saugferkeln (bis 5kg KGW) durch den Tierhalter (Stand Juni 2014)
      • Haltung von säugenden Sauen in “freien” Abferkelbuchten ohne Fixierung
      • Anbindehatung von Rindern
      • Flugunfähigmachen von Vögeln
      • Leitlinien zur Zucht und Haltung von Futtertierhaltungen
      • Haltung von güsten und frühtragenden Sauen

    Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG)

    1. Schweine

      • Fütterungsmaßnahmen zur Förderung des Tierwohls beim Schwein
      • Ferkelnester - Gestaltung und Heizmöglichkeiten
      • Management großer Würfe
      • Fütterungsanlagen für Schweine – Mischen und Transportieren dlg-merkblatt
      • Futtervorlage bei Mastschweinen
      • Fütterungstechnik in der Sauenhaltung
      • Fütterungstechnik in der Ferkelaufzucht
      • Tränketechnik für Schweine
      • Kühlung von Schweineställen
      • Lüftung von Schweineställen
      • Gruppenbildung von Sauen
      • Verbundsysteme in der Schweinehaltung
      • Gruppenhaltung tragender Sauen
      • Frostsichere Wasserversorgung von Schweinen in Außenklimaställen
      • Technische Ferkel-Ammen
      • Arbeitszeitbedarf für Sonderarbeiten in der spezialisierten Ferkelerzeugung

    2. Rinder

      • Das Tier im Blick - Milchkühe
      • Planungshinweise zur Liegeboxengestaltung für Milchkühe
      • Geburt eines Kalbes - Empfehlungen zur Erstversorgung
      • Geburt des Kalbes - Empfehlungen zu Geburtsüberwachung und Geburtshilfe
      • Vermeidung von Wärmebelastungen für Milchkühe
      • Frostsichere Wasserversorgung von Rindern in Außenklimaställen
      • Prozesssteuerung in der Milchkuhhaltung
      • Klauenpflegestände
      • Weidegang mit Stallmelken oder Sommerstallfütterung?
      • Melken auf der Weide
      • Arbeitszeitbedarf für Sonderarbeiten in der Rinderhaltung

    3. Geflügel

      • Das Tier im Blick – Legehennen
      • Entenmast
      • Haltung von Jungmasthühnern
      • Legehennen
      • Haltung von Spezialgeflügel: Tauben, Fasane, Perlhühner und Wachteln

    4. Pferde

      • Gestaltung von Pferdeausläufen

    Deutscher Tierschutzbund e.V.

    1. Broschüren zur Heimtierhaltung

      • Broschüren zur Heimtierhaltung
      • Die Haltung von Aquarienfischen
      • Die Haltung von Goldhamstern
      • Die Haltung von Hunden
      • Der Hund aus zweiter Hand
      • Tierschutz-Hundeverordnung
      • Die Haltung von Katzen
      • Das Katzenelend
      • Die Haltung von Meerschweinchen
      • Artgerechte Pferdehaltung
      • Die Haltung von Ratten
      • Welches Tier passt zu mir?
      • Die Haltung von Wellensittichen und Kanarienvögel
      • Die Haltung von Zwergkaninchen

    2. Broschüren zu Wildtieren

      • Igelschutz - aber wie?
      • Stadttaube und Mensch
      • Die Jagd
      • Winterfütterung der Vögel

    3. Broschüren zu Tieren in der Landwirtschaft

      • Die Haltung von Legehennen
      • Schweine - Haltung und Verhalten

    Bundesamt für Naturschutz (BfN)

    Mindesanforderungen an die Haltung von Seepferdchen der Gattung Hippocampus Mindestanforderungen Haltung Seepferdchen
    zur Umsetzung von Artikel 4 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung (EG) Nr. 338/97

    Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) e.V.

    Haltungsrichtlinien, Artenlisten und weitere nützliche Informationen unter anderem zu folgenden Spezies:

      • Agamen
      • Anuren
      • Chamäleons
      • Echsen
      • Iguana
      • Krokodile
      • Lacertiden
      • Schildkröten
      • Schlangen
      • Skinke
      • Urodela
      • Warane

    Europäische Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviarzucht

    Richtlinien zur Haltung von Ziergeflügel

    Aus dem Inhaltsverzeichnis:

    2. Hühnervögel
    2.1 Grundsätzliches zur Haltung von Pfauen / Tabelle Pfauen
    2.2 Grundsätzliches zur Haltung von Edelfasanen / Tabelle Edelfasane
    2.3 Grundsätzliches zur Haltung von Kragenfasanen / Tabelle Kragenfasane
    2.4 Grundsätzliches zur Haltung von Langschwanzfasanen / Tabelle Langschwanzfasane
    2.5 Grundsätzliches zur Haltung von Koklassfasanen / Tabelle Koklassfasan
    2.6 Grundsätzliches zur Haltung von Ohrfasanen / Tabelle Ohrfasane
    2.7 Grundsätzliches zur Haltung von Blutfasanen / Tabelle Nepal-Blutfasan
    2.8 Grundsätzliches zur Haltung von Glanzfasann / Tabelle Gelbschw. Glanzfasan
    2.9 Grundsätzliches zur Haltung von Satyrhühnern / Tabelle Satyrhühner
    2.10 Grundsätzliches zur Haltung von Wallichfasanen / Tabelle Wallichfasan
    2.11 Grundsätzliches zur Haltung von Pfaufasanen / Tabelle Pfaufasane
    2.12 Grundsätzliches zur Haltung von Huhnfasanen / Tabelle Huhnfasane
    2.13 Grundsätzliches zur Haltung von Argusfasanen / Tabelle Malaiischer Argusfasan
    2.14 Grundsätzliches zur Haltung von Kammhühnern / Tabelle Kammhühner
    2.15 Grundsätzliches zur Haltung von Steinhühnern / Tabelle Steinhühner
    2.16 Grundsätzliches zur Haltung von Frankolinen / Tabelle Halsbandfrankolin
    2.17 Grundsätzliches zur Haltung von Sandhühnern / Tabelle Persisches Sandhuhn
    2.18 Grundsätzliches zur Haltung von Hügel- u.Bambush. / Tabelle Hügel- und Bambushühner
    2.19 Grundsätzliches zur Haltung von Wachteln / Tabelle Wachteln
    2.20 Grundsätzliches zur Haltung von Rausfusshühnern / Tabelle Raufusshühner

    3. Entenvögel
    3.1 Grundsätzliches zur Haltung von Schwänen / Tabelle Schwäne
    3.2 Grundsätzliches zur Haltung von Gänsen / Tabelle Gänse
    3.3 Grundsätzliches zur Haltung von Halbgänsen / Tabelle Halbgänse
    3.4 Grundsätzliches zur Haltung von Hühnergänsen / Tabelle Hühnergänse
    3.5 Grundsätzliches zur Haltung von Pfeifgänsen / Tabelle Pfeifgänse
    3.6 Grundsätzliches zur Haltung von Gründelenten /Tabelle Gründelenten
    3.7 Grundsätzliches zur Haltung von Glanzenten /Tabelle Glanzenten
    3.8 Grundsätzliches zur Haltung von Tauchenten /Tabelle Tauchenten
    3.9 Grundsätzliches zur Haltung von Meeresenten /Tabelle Meeresenten
    3.10 Grundsätzliches zur Haltung von Sägern /Tabelle Säger

    Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) der Schweizerischen Eidgenossenschaft

    Hinweise zur Haltung von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen, Hühnern, Pferden, Kaninchen, Bienen, Hunden, Katzen, Meerschweinchen, Goldhamstern, Wellensittichen, Kanarienvögel, Aquarienfischen, Ratten, Schildkröten, Frettchen und Exotischen Heimtieren

    THEMA: Datenbank mit Gerichtsurteilen zum Tierschutz

    Das Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) hat eine Sammlung von Urteilen zu Tierschutzrechtsfällen auf seiner Homepage veröffentlicht. Neben der Recherche in der Fallsammlung von “Amtshaftung” bis “Zucht” ist auch eine Suche über Rechtsbereich (Strafrecht, Zivilrecht, Öffentliches Recht) , Fallbereich und frei wählbarem Begriff möglich. Außerdem gibt es einen Link zur Homepage des Landestierschutzbeauftragten.

    THEMA: Die Entscheidung des Amtstierarztes: Willkür?!

    Von Zeit zu Zeit  erreicht mich Kritik an der Entscheidung eines Veterinäramtes. Der Bürger erwartet als Ergebnis der Bearbeitung seiner Tierschutz-Anzeige eine Antwort zugunsten des Tieres, weil die Beurteilung der bisherigen und die Einforderung anderer Haltungsbedingungen auf gefühlsmäßiger Basis erfolgt.  Der amtliche Tierarzt ist jedoch nur im Ausnahmefall ein überzeugter Tierschützer und außerdem bei seinem Entschluß an die tierschutzrelevanten Rechtsnormen gebunden.

    In diesem Zusammenhang seien zwei Beispiele näher erläutert:

    1. Anbindehaltung eines Hundes an einer Kette oder Strick

    Wenn... = Tatbestand, dann... = Rechtsfolge

    Wenn ein Verstoß gegen § 7 Abs. 1 der Tierschutzhundeverordnung vorliegt. dann handelt es sich nach § 12 Abs. 4 der  Tierschutzhundeverordnung um eine Ordnungswidrigkeit. Die zuständige Behörde leitet ein entsprechendes Verfahren ein. Dieses kann in der Verhängung eines Bußgeldes münden. Parallel wird der Halter des Hundes im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens per Bescheid beauflagt, in einer angemessenen Frist für eine rechtskonforme Unterbringung zu sorgen.         

           

    Es handelt sich um eine Rechtsnorm, die vollständig geregelt ist.

    2. Zufügung von Schmerzen, Leiden, Schäden

    Wenn... = Tatbestand, dann... = Rechtsfolge

    Wenn wiederholte oder grobe Zuwiderhandlungen gegen § 2 des Tierschutzgesetzes vorliegen und dadurch den Tieren erhebliche oder länger anhaltende Schmerzen oder Leiden oder erhebliche Schäden zugefügt wurden sowie aller Voraussicht nach weiterhin derartige Zuwiderhandlungen begangen werden, dann kann die die zuständige Behörde der verursachenden Person das Halten oder Betreuen von Tieren einer bestimmten oder jeder Art untersagen.

    Die Rechtsnorm ist unvollständig geregelt. Der amtliche Tierarzt schätzt ein, ob die Voraussetzungen “erhebliche oder länger anhaltende Schmerzen oder Leiden oder erhebliche Schäden” vorliegt. Es handelt sich um eine Einzelfallentscheidung.

    Das Thünen-Institut (TI) hat die Verfolgung der durch die Veterinärämter angezeigten Verstöße gegen das Tierschutzgesetz durch die Justizbehörden untersucht. Das Ergebnis wurde im “Thünen Working Paper 41 - Eine explorative Analyse der Zusammenarbeit zwischen Veterinärämtern und Staatsanwaltschaften bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz” veröffentlicht. Es bestätigt die im Rahmen meiner Tätigkeit als amtlicher Tierarzt gemachten Erfahrungen. Die Verfahren ziehen sich über einen langen Zeitraum hin. Das Strafmaß fällt bei einer Verurteilung oft zu gering aus. Ein Hindernis für die zügige Bearbeitung der Fälle ist  die oft geringe Personaldecke in den Veterinärämtern und Justizbehörden.  Von Vorteil wären auch auf Tierschutz-Straftaten spezialisierte Staatsanwaltschaften und Richter.

    Das Aufführen aller Details zu jeder Tierart würde den Rahmen dieses Internetauftrittes sprengen. Im Bereich Service beantworte ich gern Ihre Fragen.

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